Landwirtschaft und Ernährung als Schulfach?

Fabian Peters

Bauernpräsident fordert Unterrichtsfach zur Landwirtschaft und Ernährung

16.12.2012

Das Wissen über Landwirtschaft und Ernährung sollte nach Auffassung des Präsidenten vom Bayrischen Bauernverband in der Schule vermittelt werden. Bauernpräsident Walter Heidl unterstützte gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“ die Forderung der bayerischen Landfrauen, nach einem gesonderten Schulfach zur Landwirtschaft und Ernährung.

Mit der Einführung eines Unterrichtsfaches „Alltags- und Lebensökonomie“ könne dem schwindenden Wissen in der Bevölkerung über Nahrungsmittel, deren Herkunft und ihre Zubereitung entgegengewirkt werden, begründete der Bauernpräsident die Forderung nach einen gesonderten Schulfach. „Wir erleben, wie viele Frauen, aber auch Männer schlichtweg überfordert sind, gezielt einzukaufen“, erläuterte Heidl. Die Folge sei, dass Fertiggerichte, die nur noch in der Mikrowelle zubereitete werden müssen, sich einer wachsenden Beliebtheit erfreuen. Immer mehr Menschen würden im Supermarkt zu den Fertigprodukte greifen, während immer weniger die Gemüseabteilung aufsuchen. Dabei seien „frisch zubereitete Speisen kostengünstiger und gesünder.“ Hier fehle schlichtweg das Wissen über die Nahrungsmittel und deren Zubereitung.

Daher sei die Forderung des Landesvorstandes der Landfrauen im Bayerischen Bauernverband nach einem gesonderten Schulfach „Alltags- und Lebensökonomie“ von der Primarstufe bis zur zehnten Klasse durchaus unterstützenswert. Schließlich sind „die Kinder die zukünftigen Erwachsenen und Verbraucher“, betonte Heidl.

Während früher die Kenntnisse zumindest über heimische landwirtschaftliche Erzeugnisse und deren mögliche Zubereitungen den meisten Deutschen geläufig waren, ging dieses Wissen in der Bevölkerung in den vergangenen Jahrzehnten zusehends verloren. Zwar lassen sich Rezepte zur Zubereitung von Gemüse in vielfachen Ausführungen online oder in Kochbüchern nachlesen, doch beim Einkauf siegt am Ende oft die Bequemlichkeit. Nicht zuletzt da vielen die Kenntnisse über die angebotenen Gemüsesorten fehlen. Einige Anbieter – vor allem im Bio-Segment – schließen diese Lücke, indem sie ihren Kunden ein Angebot unterschiedlicher Gemüsesorten zusammenstellen und ihnen somit die Auswahl abnehmen. Entsprechende Rezepte können die Verbraucher anschließend zu Hause nachschlagen. (fp)

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