Langschläfer besitzen erhöhtes Schlaganfall-Risiko

langschlaefer_680
Heilpraxisnet
Studie: Langschläfer erleiden häufiger einen Schlaganfall und andere Kreislaufprobleme als Menschen, die nachts weniger als acht Stunden schlafen

26.02.2015

Langes Schlafen könnte sich negativ auf die Blutgefäße auswirken und damit zu einem erhöhten Risiko für Schlaganfall und andere Kreislaufprobleme führen. Das ergab eine aktuelle Studie, die im Fachmagazin „Neurology“ veröffentlicht wurde. Demnach ist die Gefahr, einen Schlaganfall zu erleiden, bei Menschen die mehr als acht Stunden in der Nacht schlafen um 46 Prozent höher als bei Durchschnittsschläfern.

Schlaganfall tritt häufiger bei Langschläfern auf
Bereits seit Langem ist bekannt, dass Schlafmangel negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. So nehmen Menschen, die zu wenig schlafen, leichter an Gewicht zu, haben ein schlechteres Gedächtnis und werden eher krank aufgrund ihres geschwächten Immunsystems. Wissenschaftler um Yue Leng vom Department for Public Health and Primary Care an der Universität Cambridge haben jüngst nachgewiesen, dass aber auch zu viel Schlaf ungesund sein kann. Demnach erleiden Langschläfer häufiger einen Schlaganfall als Durchschnittsschläfer.

langschlaefer_680

Leng und ihre Kollegen untersuchten fast 10.000 Menschen im Alter zwischen 42 und 81 Jahren und verfolgten über zehn Jahre lang ihre Gewohnheiten und gesundheitlichen Probleme. Rund zwei Drittel der Studienteilnehmer gaben an, nachts zwischen sechs und acht Stunden zu schlafen. Bei jedem Zehnten waren es mehr als acht Stunden Schlaf. Wie die Auswertung der Forscher zeigte, hatten letztere ein um 46 Prozent erhöhtes Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, als der Durchschnitt. Bei den Studieneilnehmer, die weniger als sechs Stunden pro Nacht schliefen, trat ebenfalls etwas häufiger ein Schlaganfall als bei den Durchschnittsschläfern auf. Bei ihnen war der Unterschied jedoch statistisch nicht signifikant.

Verursacht eine lange Schlafdauer gesundheitliche Probleme?
„Es ist sowohl bei unseren eigenen Studienteilnehmern als auch bei der großen Menge von internationalen Daten offensichtlich, dass eine Verbindung zwischen erhöhter Schlafdauer im Vergleich zum Durchschnitt und einem größeren Risiko für Schlaganfall besteht“, erläutert Leng. „Was jedoch weit weniger klar ist, ist die Richtung dieser Verbindung, ob mehr Schlaf ein Symptom, ein früher Hinweis oder eine Ursache von Herz-Kreislauf-Problemen ist.“

Menschen, die krank sind oder bei denen sich gesundheitliche Beschwerden anbahnen, haben meist ein größeres Schlafbedürfnis, weil ihr Körper geschwächt ist. Andererseits könnte der Schlaf selbst, wenn er zu lang ist, auch die Neigung zu Krankheiten erhöhen. Möglicherweise hat eine lange Ruhephase in horizontaler Lage negative Folgen für die Blutgefäße. Denn frühere Studienergebnisse haben gezeigt, dass Langschläfer erhöhte Entzündungsstoffe im Blut aufweisen und häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck, verdickten Halsarterien und Vorhofflimmern leiden.

Landes Schlafen könnte frühes Warnzeichen für Schlaganfall sein
„Da jene Menschen, die ihre Gewohnheiten verändern und zunächst nur wenig Schlaf brauchen, irgendwann aber länger schlafen, ein fast vierfach so hohes Risiko für einen Schlaganfall haben wie der Durchschnitt, könnte der vermehrte Schlaf auch ein frühes Warnzeichen sein“, zitiert „sueddeutsche.de“ den Neurologe Alberto Ramos von der Universität Miami. „Bei diesen Patienten bietet es sich an, dass sie ihr Risiko für einen Schlaganfall verringern und beispielsweise den Blutdruck senken.“

Professor Kay-Tee Khaw, Senior-Autor der Studie, sieht in den Ergebnissen die Grundlage für weiterführende Forschung. „Wir müssen die Gründe für die Verbindung von Schlaf und dem Schlaganfall-Risiko verstehen. Was passiert im Körper, so dass diese Verbindung entsteht? Durch weitere Forschung könnten wir feststellen, dass sich übermäßiger Schlaf als ein früher Indikator für ein erhöhtes Schlaganfallrisiko herausstellt, insbesondere bei älteren Menschen“, so der Experte.

Bekannt ist bereits, dass sich die mittlere Schlafdauer auf allen Kontinente und über die Jahrhunderte kaum verändert hat und etwas mehr als sieben Stunden entspricht. (ag)

Advertising