Lassa-Viren: Bestatter mit gefährlichem Lassa-Fieber infiziert

Bestatter verstirbt am Lassa-Fieber. Bild: ostrid - fotolia
Sebastian
Patient mit Lassa-Fieber in Uni-Klinik eingeliefert
Ein Bestatter hat sich bei seiner Arbeit mit dem gefährlichen Lassa-Virus durch eine Leiche angesteckt. Das vermelden die Behörden aus Rheinland-Pfalz. Der Mann aus Alzey wurde sofort in die Frankfurter Uni-Klinik eingeliefert und befindet sich dort auf der Isolierstation.
Bestatter hatte Kontakt mit infizierter Leiche
Auf der Sonderisolierstation der Frankfurter Uniklinik ist ein an Lassa-Fieber erkrankter Patient aufgenommen worden. Bei dem Betroffenen handelt es sich um den Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens in Alzey (Rheinland-Pfalz). Dort hatte er sich offenbar beim Kontakt mit einem vor wenigen Wochen verstorbenen Lassa-Patienten mit dem Virus infiziert, teilt die „dpa“ unter Berufung auf die Kreisverwaltung Alzey-Worms mit. Der Mann aus Togo, der dort als Krankenpfleger gearbeitet hatte, war Ende Februar in der Uni-Klinik Köln verstorben.

Bestatter verstirbt am Lassa-Fieber. Bild: ostrid - fotolia
Bestatter verstirbt am Lassa-Fieber. Bild: ostrid – fotolia

Um die Leiche nach Afrika überführen zu können, war sie Anfang März in das Bestattungsinstitut nach Alzey gebracht worden – ohne die Kenntnis, dass der Mann an Lassa-Fieber erkrankt war. Dies stellt sich erste einige Tage später heraus, woraufhin der Mitarbeiter der Bestatterfirma untersucht und schließlich das Virus nachgewiesen wurde.

Erster möglicher Fall einer in Deutschland erworbenen Infektion
Nach der Feststellung der Erkrankung wurde der Mann sofort in die Frankfurter Uniklinik gebracht worden und befindet sich nun in Quarantäne. Die Familienangehörigen des Patienten seien vorsorglich ebenfalls stationär aufgenommen worden, so die Kreisverwaltung Alzey-Worms weiter. „Es wäre der erste Fall einer in Deutschland erworbenen Lassa-Virus-Infektion“, sagte der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin in Hamburg, gegenüber der „dpa“.

Lassafieber gehört wie z.B. Ebola und Dengue zu den so genannten „hämorrhagischen Fiebererkrankungen“.

Den natürlichen Wirt des Erregers stellt das Nagetier „Mastomys natalensis“ in Westafrika dar. Die Übertragung erfolgt per Kontakt- bzw. Schmierinfektion (z.B. über kontaminierte Lebensmittel) zunächst auf den Menschen und dann häufig weiter von Mensch zu Mensch z.B. über Blut, Speichel, Erbrochenes oder ausgehustete Bluttropfen. Das Virus kann Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen hervor rufen, im weiteren Verlauf sind auch Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich. Im Ernstfall kann die Infektion zu inneren Blutungen führen und dadurch lebensbedrohlich werden. In Deutschland kommt die Krankheit nur sehr selten vor, wenn sie durch Reisende aus Afrika importiert wird. Laut dem RKI wurden bislang seit 1974 erst fünf eingeschleppte Erkrankungen registriert. (nr)

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