Lavendelöl mildert Angst und Unruhe

Heilpraxisnet

Lavendelöl-Präparat mildert Angst und Unruhe ohne Suchtrisiko

14.05.2013

„Bei der Suche nach dem richtigen pflanzlichen Arzneimittel sollten sich Verbraucher nicht alleine nach der Heilpflanze orientieren, aus
der es hergestellt wurde“, betont Prof. Dr. Theo Dingermann, Frankfurt. „Denn die einzelnen Produkte unterscheiden sich zum Teil dramatisch.“ Das Lavendelöl ist ein gutes Beispiel dafür.

Die beruhigende Wirkung von Lavendel haben schon die alten Römer zu schätzen gewusst, und noch heute ist Lavendelduft ein wichtiger Bestandteil vieler kosmetischer Produkte. Aber erst vor wenigen Jahren gelang es der Phytoforschung, mit Silexan aus Lavendelöl einen Wirkstoff zu sichern, der zur Herstellung eines modernen Phytopharmakons geeignet ist. Das Präparat ist in Deutschland zur Behandlung von Unruhezuständen bei ängstlicher Verstimmung bei Erwachsenen ab 18 Jahren zugelassen.

Wie pharmakologische Untersuchungen zeigen konnten, entfaltet es seine Wirkung – ähnlich wie der zur Behandlung einer generalisierten Angststörung zugelassene synthetische Wirkstoff Pregabalin – über die Hemmung der präsynaptischen Calcium-Kanäle.

Die Wirksamkeit der pflanzlichen Arznei wurde inzwischen in mehreren klinischen Studien wissenschaftlich dokumentiert. Im Vergleich zu Placebo wurde Silexan in einer Untersuchung mit 216 Patienten, die an der sogenannten „subsyndormalen Angst“ litten, geprüft. Nach zehn Wochen Therapie hat sich in der Verumgruppe sowohl die am Anfang bestehende depressive Verstimmung, als auch die Beeinträchtigung der Schlafqualität, signifikant stärker gebessert als in der Placebogruppe (Kasper, J. et al.: Int. Clin. Psychopharmacol. 2010; 25: 277-87).

Die Wirksamkeit von Silexan im Vergleich zu dem Benzodiazepin Lorazepam untersuchte man in einer Studie mit 77 Patienten, die an einer generalisierten Angststörung erkrankt waren. Die Einnahme des Lavendelöl-Präparats hat nach sechs Wochen Therapie vergleichbare positive Effekte erbracht, wie das Benzodiazepin. (Woelk, H., Schläfke, S.: Phytomedicine 2010;17:94-9).

Im Unterschied zu den Benzodiazepinen, deren Einnahme bereits nach einer bis zwei Wochen eine Abhängigkeit erzeugen kann, ist das pflanzliche Arzneimittel frei von einer solchen Gefahr. Gerade bei leichteren Beschwerden, die jedoch die Lebensqualität des Betroffenen stark beeinträchtigen können, ein wichtiges Argument. (KFN 3/2013 – 14.05.2013)

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Bild: Marianne J. / pixelio.de