Kleine Maden im Ohr gefunden

Alfred Domke

Frau in Taiwan mit Maden im Ohr

22.02.2014

Eine 48-jährige Frau aus Taiwan hatte bei einer Routineuntersuchung über chronische Ohrenschmerzen und Ohrendruck geklagt. Die ärztliche Diagnose dürfte für die meisten Menschen ekelerregend klingen: Die Patientin hatte Fruchtfliegenlarven im Gehörgang.

Fruchtfliegenlarven hinter dem Hörgerät
Eine 48-jährige Frau aus Taiwan hatte vor rund einem Jahr bei einer Routineuntersuchung in einem Krankenhaus in der Hauptstadt Taipeh über chronische Ohrenschmerzen geklagt. Die Diagnose, die der Arzt Shi Cheng-Pien daraufhin stellte, dürfte für die meisten Menschen ekelerregend klingen: Hinter dem Hörgerät der Patientin hatten sich Fruchtfliegenlarven breit gemacht. Dr. Shi führte in einem Video aus, wie sie in den Gehörgang gekommen sein könnten: „Wenn wir Obst auf unserem Esstisch liegen lassen, kann es sein, dass sich die Larven dort soweit entwickeln, dass sie aus den Früchten rauskriechen und nach neuem Futter und einem neuen Lebensraum suchen. Deswegen sind sie in das Hörgerät geschlüpft und als die Frau es sich wieder ins Ohr setzte, hat sie die Larven auch mitgenommen.“

Hörgerät nicht regelmäßig gereinigt
Die Patientin hatte dem Arzt zufolge ihr Hörgerät nicht regelmäßig gereinigt. Die Mediziner setzten zur Behandlung ein mildes Narkosemittel ein. „Wenn man Lebendmaterial beseitigen will, kann man eine ölhaltige Substanz einsetzen, sie enthält ein leichtes Betäubungsmittel. Das beseitigt zum einen erst mal die Schmerzen, aber es tötet auch das Lebendmaterial ab“, so Shi in dem Filmbericht. Um die Larven zu entfernen, reichte eine einzige Behandlung aus. Das Ohr der Patientin sei danach in nur wenigen Wochen ausgeheilt.

Selbstreinigung der Ohren
Nicht nur Hörgeräte bedürfen einer regelmäßigen Reinigung, auch für die Ohren selbst kann dies manchmal sinnvoll werden. Der menschliche Körper ist in der Regel dazu in der Lage, sich die Ohren selbst zu reinigen. Hilfsmittel wie Wattestäbchen, Tropfen oder Sprays sind deshalb unnötig. Es gibt aber auch Menschen, bei denen die Selbstreinigung nicht einwandfrei funktioniert. So sei dies etwa bei besonders verwinkelten Gehörgängen der Fall oder bei Schwimmern und manchmal bei älteren Personen. Wenn das Ohrenschmalz im Gehörgang dann unangenehm wird, sollten die Betroffenen für eine professionelle Reinigung zum Hals-Nasen-Ohrenarzt (HNO) gehen. (ad)

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