Lebenskrise in jungen Jahren durch Berufs-Frust

Sebastian

Quarter-life crisis: Lebenskrise in jungen Jahren durch Berufs-Frust

04.03.2012

Psychotherapeuten und Psychiater beobachten seit einigen Jahren eine Zunahme der sogenannten „Quarter-life crisis“ wie das Magazin „Focus“ berichtet. Betroffen sind vor allem junge Leute.

Mehr zum Thema:

Die so genannte "Quarterlife Crisis" (QLC) ist ein Begriff aus der Psychologie und beschreibt den Zustand der Unsicherheit in den Lebensjahren nach dem „Erwachsenwerden“. Patienten, die in diese Lebenskrise gelangen, befinden sich im Alter zwischen 21 und 29 Jahren, wobei die Forschung hierbei von einer Lebenszeit von 80 bis 100 Jahren ausgeht. Andere Psychologen sehen das Ende des ersten Lebensviertels allerdings erst zwischen 25 und 35 Jahren. Eine genaue Festlegung erscheint aufgrund der unterschiedlichen Studienzeiten und Berufsausbildungen schwierig.

Erstmals hat den Begriff der britische Psychiater und Forscher Oliver Robinson geprägt. Von der „Quarter-life crisis“ sind vor allem Menschen betroffen, die eine große Enttäuschung über die eigene berufliche Entwicklung und das mangelnde Fortkommen im Job erfahren. Der Facharzt für Medizin und Psychotherapie und Chefarzt am Frankfurter am Hospital für Psychosomatik, Dr. Wolfgang Merkle, sagte gegenüber dem Magazin, er behandle regelmäßig Patienten mit einem „Bore-out-Syndrom“. Bis die Betroffenen den Weg zur Klinik finden, lassen sie sich meist im Vorfeld von ihrem Hausarzt aufgrund von innerer Unruhe, depressiven Episoden, Ohrensausen, fehlendem Antrieb, Selbstwertproblemen oder Schlafstörungen behandeln. Wird im Verlauf der Therapie festgestellt, der Patient befinde sich „in einer Sackgasse“ und langweilt sich, versucht der Facharzt die Behandlung darauf auszurichten, „dass sich der Patienten noch einmal auf den Weg macht.“ Besonders häufig seien jungen Menschen im ersten Lebensabschnitt von dem Syndrom betroffen.

In jungen Jahren häufiger „Bore-Out“
Einige Studien weisen daraufhin, dass junge Menschen in der Anzahl häufiger vom „Boreout“ als von dem Burn-Out-Syndrom betroffen sind. Während einer Umfrage im Auftrag der Dortmunder Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sagten 14 Prozent der Probanden, dass sie sich im Hinblick auf ihre Fähigkeiten und Wissensstand unterfordert fühlen. Nur fünf Prozent der Altersgruppe gaben an, sie fühlen sich ausgebrannt und leiden unter Überforderung. (sb)