Lebensmittel-Zusatzstoff: Emulgatoren erhöhen das Krebsrisiko

In Versuchen mit Mäusen haben Forscher festgestellt, dass Emulgatoren zu entzündlichen Darmerkrankungen führen und Tumorzellen schneller wachsen lassen können. (Bild: ag visuell/fotolia.com)
Alfred Domke
Schlecht für die Darmflora: Emulgatoren fördern Entstehung von Darmentzündungen
Emulgatoren, die heute in zahlreichen Lebensmitteln enthalten sind, können zu entzündlichen Darmerkrankungen führen und Tumorzellen schneller wachsen lassen. Das haben Forscher in Tierversuchen festgestellt. Gesundheitsexperten warnen schon seit langem vor Zusatzstoffen in Lebensmitteln.

Emulgatoren in zahlreichen Lebensmitteln
Emulgatoren werden heute bei vielen Lebensmitteln wie etwa in Saucen, Desserts, Backfetten oder Kaugummi eingesetzt. Sie dienen dazu, zwei nicht miteinander mischbare Flüssigkeiten, wie beispielsweise Öl und Wasser, zu einem fein verteilten Gemisch, der sogenannten Emulsion, zu vermengen und zu stabilisieren. Manche dieser Zusatzstoffe stehen im Verdacht, der Gesundheit zu schaden. Diese Annahme wird nun in einer neuen Studie bestätigt.

In Versuchen mit Mäusen haben Forscher festgestellt, dass Emulgatoren zu entzündlichen Darmerkrankungen führen und Tumorzellen schneller wachsen lassen können. (Bild: ag visuell/fotolia.com)
In Versuchen mit Mäusen haben Forscher festgestellt, dass Emulgatoren zu entzündlichen Darmerkrankungen führen und Tumorzellen schneller wachsen lassen können. (Bild: ag visuell/fotolia.com)

Darmentzündungen durch Lebensmittelzusatzstoffe
Bereits im vergangenen Jahr berichteten Wissenschaftler um Dr. Benoit Chassaing von der Georgia State University in Atlanta im Fachmagazin „Nature“ dass „die Lebensmittelzusatzstoffe in Zusammenhang mit modernen Erkrankungen wie chronischen Darmentzündungen und dem metabolischen Syndrom stehen könnten“.

So zeigte sich in einer Studie mit Mäusen, dass die Emulgatoren Carboxymethylcellulose (E 466) und Polysorbat 80 (E 433) die Zusammensetzung der Darmbakterien verändern und auf diese Weise die Entstehung von Entzündungen begünstigen. Die Forscher entdeckten „mehr Bakterienarten, die in die dicke Schleimschicht des Darminneren einwandern und diese abbauen konnten“. Im Normalfall dringen kaum Bakterien in diese Schleimschicht ein, so dass der Darm geschützt ist.

Durch Emulgatoren könnte Krebs begünstigt werden
Nun haben Dr. Benoit Chassaing und seine Kollegen in einem neuen Versuch Emulgatoren auch an Mäusen getestet, die bereits durch Chemikalien ausgelöste Tumoren im Darm hatten. Wie die Forscher im Fachmagazin „Cancer Research“ berichten, beschleunigte sich das Wachstum der Geschwüre bei den Tieren mit den chemisch induzierten Darmtumoren. Laut den Wissenschaftlern könnten die Zusatzstoffe die Darmflora derart beeinflussen, dass Darmentzündungen und in Folge davon auch Darmkrebs begünstigt würden.

Auswirkungen auf den Menschen unklar
Darüber hinaus stellten die Forscher in der Studie fest, dass Mäuse, die Emulgatoren ins Futter bekommen hatten, mehr Gewicht zulegten als Tiere aus der Vergleichsgruppe. Das Team nimmt an, dass die Ursache für diese Unterschiede in den Bakterien und nicht in den Zusatzstoffen selbst liegt.

Die neuen Erkenntnisse beziehen sich zunächst jedoch nur auf Mäuse. Ob sich die beobachteten Auswirkungen auch beim Menschen einstellen könnten, müsste in weiteren Studien geklärt werden. (ad)

Advertising