Lebensmitteltest: Mineralöl-Spuren in Ferrero Kinderriegel der Serie Kinderschokolade

Die Verbraucherorganisation foodwatch hat in verschiedenen Süßigkeiten Mineralöl-Spuren nachgewiesen. Betroffen sind unter anderem Kinder-Riegel von Ferrero und auch Reisgebäck. (Bild: UMA/fotolia.com)
Alfred Domke
Lebensmittelsicherheit: Mineralöl-Spuren in Ferrero-KinderRiegel gefunden
Die Verbraucherschützer von „foodwatch“ haben verschiedene Süßigkeiten getestet. Dabei konnten sie in einigen Produkten Mineralöl-Spuren nachweisen. Manche der gefundenen Substanzen stehen im Verdacht, Krebs auszulösen. Laut der Verbraucherschutzorganisation soll auch das beliebte Produkt „Kinder-Riegel“ des Lebensmittelkonzern „Ferrero“ betroffen sein. Für Eltern wird dieses Ergebnis für Aufruhr sorgen. Lebensmittelexperten kritisieren die zu niederschwelligen gesetzlichen Regelungen. Diese sollten verschärft werden.

Mineralöl-Funde in Lebensmitteln
Immer wieder wird über Funde von Mineralöl in Lebensmitteln berichtet. In vielen Fällen stammen sie aus den Druckfarben in den Altpapier-Verpackungen. Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat nun auch in Süßigkeiten verschiedener Hersteller Spuren von Mineralöl nachgewiesen. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ spricht die Organisation von einer erheblichen Verunreinigung mit aromatischen und gesättigten Mineralölkohlenwasserstoffen. Nach „Spiegel“-Informationen fanden sich unter anderem im „Kinder-Riegel“ der Firma Ferrero und in Schokohappen „Sun Rice“, die für Aldi produziert werden, deutliche Rückstände dieser chemischen Verbindungen.

Mineralöl-Spuren in "Kinderschokolade". Bild: nothingbutpixel - fotolia
Mineralöl-Spuren in „Kinderschokolade“. Bild: nothingbutpixel – fotolia

Stoffe werden als krebserregend eingestuft
Mineralöle werden in der Lebensmittelindustrie zum Beispiel als Schmiermittel für Maschinen oder in Verpackungen eingesetzt. „Die in Lebensmitteln nachweisbaren Mineralöle werden in zwei Gruppen unterteilt: die aromatischen Mineralöle (MOAH) und die gesättigten Mineralöle (MOSH). Besonders gefährlich sind die ersteren. Sie stehen unter Verdacht, krebserregend und erbgutverändernd zu sein sowie das Hormonsystem zu beeinflussen“, erklärt foodwatch auf seiner Webseite. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bewertet die Aufnahme von MOAH (Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) durch die Nahrung generell als bedenklich. Und auch nach Einschätzung des deutschen Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) sollte „kein nachweisbarer Übergang von MOAH auf Lebensmittel stattfinden“.

Die Politik ist gefragt
„Das Problem ist seit Jahren bekannt, doch die Politik hat darauf noch nicht reagiert. Dabei wäre die Lösung so einfach: Die Europäische Union muss die Verwendung geeigneter Barriereschichten für Altpapierverpackungen vorschreiben und strenge Grenzwerte für Mineralöl in Lebensmitteln festlegen“, schreiben die Experten von foodwatch an anderer Stelle. Laut dem „Spiegel“ arbeiten Hersteller und Händler seit Jahren daran, die Stoffe aus der gesamten Wertschöpfungskette zu verbannen.

Aldi Süd beispielsweise hat seine Lieferanten demnach angehalten, alle Verunreinigungsquellen zu identifizieren und nur noch mineralölfreie Produktionsmittel zum Einsatz kommen zu lassen. Von Lidl soll es für die Lieferanten ähnliche Vorgaben geben. Die betroffenen Hersteller äußerten sich bislang nicht. Den Angaben zufolge teilte der Branchenverband dem Nachrichtenmagazin mit, dass man intensiv an einer Minimierung arbeite.

Mineralölreste auch in Kosmetikprodukten
Verbraucherschützer, Gesundheitsämter und die Stiftung Warentest hatten in den vergangenen Jahren immer wieder Mineralölreste in Schokolade gefunden, zum Beispiel in Adventskalendern oder in Schoko-Osterhasen. Vor wenigen Monaten war zudem über Funde von Mineralöl in Lippenpflege berichtet worden. (ad)

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