Lebensrettende Notamputationen: Patientin verlor nach einem Insektenstich zwei Beine und einen Arm

Alfred Domke
Nach Insektenstich mussten Frau beide Beine und ein Arm amputiert werden
Mückenstiche sind zwar lästig, aber in der Regel kein besonderes gesundheitliches Risiko. In Ausnahmefällen können sie aber sehr wohl äußerst gefährlich werden. Einer Frau aus Köln mussten nach einem Mückenstich beide Beine und ein Arm amputiert werden. Durch den Stich des Insekts waren offenbar Bakterien in die Blutbahn der 43-Jährigen gelangt.

Mückenstich führte zu Blutvergiftung
Bei Meldungen über Mückenstiche mit Folgen denkt man normalerweise schnell an ferne Länder und Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber. Doch auch hierzulande können solche Stiche lebensbedrohliche Folgen haben. Laut einem Medienbericht mussten einer Frau in Köln beide Beine und ein Arm amputiert werden. Offenbar hatte ein Insekt durch einen Biss Bakterien in die Blutbahn der 43-Jährigen befördert, die zu einer Blutvergiftung (Sepsis) führten.

Einer Kölnerin mussten nach einem Mückenstich beide Beine und ein Unterarm amputiert werden. Offenbar waren durch den Stich Bakterien in die Blutbahn gelangt, die zu einer Blutvergiftung führten. (Bild: corlaffra/fotolia.com)

Insektenstich mit dramatischen Folgen
Es war nur ein Insektenstich. Doch der hatte dramatische Folgen für eine 43-jährige Gebäudereinigern aus Köln.

Laut einem Bericht des „Express“ hatte die Frau Mitte März während der Arbeit den Müll aus einem Haus gebracht, als sie von einem Insekt in den Arm gestochen wurde.

„Ich habe sofort eine Beule bemerkt. Dann wurde mir schwindelig und kalt, ich bekam Gliederschmerzen. Meine Kollegin rief einen Rettungswagen“, erklärte sie gegenüber der Zeitung.

Extremitäten starben ab
Trotzdem sich die 43-Jährige übergeben hatte und laut ihrem Mann nicht gut aussah, schickte die behandelnde Ärztin die Patientin wieder nach Hause.

Dort verschlechterte sich ihr Zustand rapide, sodass ihr Ehemann sie zurück ins Krankenhaus brachte, wo sie auf der Intensivstation landete. Von dort wurde sie zur Weiterbehandlung in das Kölner Uni-Klinikum gebracht, wo sie eine Woche im Koma lag.

Ihrem Mann zufolge konnte man „zusehen, wie ihre Extremitäten abstarben. Arme und Beine liefen schwarz an“, so der 42-Jährige laut „Express“.

Beide Beine und ein Unterarm amputiert
Laut dem Bericht hat die Frau offenbar durch den Stich eine Streptokokken-Infektion erlitten, wodurch es zu einer Sepsis (Blutvergiftung) kam.

„Der Arzt sagte mir, dass es eine simple Mücke gewesen sein kann, die die Bakterien transportierte“, sagte die Patientin dem „Express“.

Die Ärzte konnten das Leben der Frau nur retten, indem sie beide Beine und den linken Unterarm amputierten.

Streptokokken können zahlreiche Krankheiten auslösen
„Streptokokken sind typische Schleimhautparasiten“, erklärt das Robert Koch Institut (RKI) auf seiner Webseite. „Bestimmte Typen sind mit Erkrankungen des Rachens, andere eher mit Haut- bzw. Wund- oder septischen Infektionen korreliert“, heißt es dort weiter.

Die Bakterien werden laut den Experten „hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion oder direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen, selten durch kontaminierte Lebensmittel und Wasser“.

Wenn das körpereigene Immunsystem nicht in der Lage ist, die Erreger bei einer Infektion zu bekämpfen, kann es zu zahlreichen Erkrankungen kommen.

Zu nennen sind hier unter anderem Scharlach, Mittelohr-, Nasennebenhöhlen– und Mandelentzündungen oder auch Lungen- und Hirnhautentzündungen.

Eine nicht oder zu spät erkannte und behandelte Streptokokken-Infektion kann eine Sepsis zur Folge haben.

Kölnerin akzeptierte ihr Schicksal schnell
Wie eben auch bei der Kölnerin. Als sie nach der Operation wieder zu sich kam und ihr mitgeteilt wurde, dass die Beine und der Unterarm amputiert wurden, war dies natürlich ein Schock für sie.

Doch sie arrangierte sich schnell mit ihrem Schicksal. „Ich habe das schnell akzeptiert und mir gedacht: Hey, ich habe überlebt. Ich bin noch da! Das hat mich aufgebaut“, so die 43-Jährige gegenüber dem „Express“.

Deshalb ging sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit, um andere Menschen in ähnlichen Situationen zu sensibilisieren. „Wer seltsame Symptome hat, sollte sofort einen Arzt aufsuchen“, warnte die Kölnerin.

Vor Mückenstichen schützen
Hilfreich ist es daher sicher auch, Insektenstiche und -bisse besser zuordnen zu können. Vor allem auch für Menschen, die an einer Allergie leiden.

Zudem sollte man sich grundsätzlich möglichst vor Stichen schützen, unter anderem mit Hausmitteln gegen Mücken, wie ätherischen Ölen. Oder mit Insektensprays.

Zu Hause oder im Zelt kann man Insekten durch Moskitonetze fernhalten und sich im Freien durch helle, hautbedeckende Kleidung vor Stichen schützen. (ad)