Legasthenie: Neue „Wunderlampe“ könnte Legasthenikern helfen

Fabian Peters

Zellen im Auge sind möglicherweise für Legasthenie verantwortlich

Menschen mit Legasthenie, auch als Lese-Rechtschreib-Störung oder Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) bekannt, haben massive Probleme, gesprochene Sprache in Schrift umzusetzen oder umgekehrt. Auch wenn LRS ein lang bekanntes Problem mit weltweit rund 700 Millionen Betroffenen ist, so sind die Gründe für das Auftreten noch nicht gänzlich erforscht.

Die französischen Physiker Albert Le Floch und Guy Ropars von der Universität Rennes haben neue Erkenntnisse über die Krankheit gewonnen. Die Ergenisse ihrer Studie veröffentlichten die Wissenschaftler in dem Journal „Proceedings of the Royal Society B“. Laut der Studie seien eine mögliche Ursache für Legasthenie die lichtverarbeitenden Zellen im Auge.

Neue LED-Lampe soll durch schnelles Flackern Legasthenikern helfen. (Bild: sdecoret/fotolia.com)

Die Legasthenie liegt im Auge des Betrachters

Le Floch und Ropars berichten, dass bei Menschen ohne Lese- und Rechtschreibschwäche die lichtverarbeitenden Zellen asymetrisch angeordnet sind. Bei Betroffenen mit LRS seien diese Zellen stattdessen symmetrisch angeordnet. Diese Symmetrie könne möglicherweise zu einer Spiegelung der gesehenen Bildern im Gehirn führen, berichten die Wissenschaftler. „Die fehlende Asymmetrie in den Augen könne die biologische und anatomische Grundlage von Lese-Rechtschreib-Störungen sein“, erklären die Autoren der Studie.

Die LED-Wunderlampe

Die Forscher stellen auch eine mögliche Behandlungsmethode vor, die Legasthenikern in Zukunft helfen soll. Eine LED Lampe ist bei dieser Behandlung das zentrale Element. Diese Lampe flackert so schnell, dass es für das Auge nicht sichtbar ist. Die Probanden der Studie wurden diesem Flackerlicht ausgesetzt. Ziel der Methode sei es, eines der zum Gehirn gesendeten Bilder zu eliminieren und so die Spiegelung zu verhindern. Die Teilnehmer der Studie hätten bereits von einer „Wunderlampe“ gesprochen, berichten die Wissenschaftler.

Noch ist Geduld gefragt

Im Moment fehlen jedoch noch Langzeitstudien für diese Methode. Weitere Tests müssen noch über mögliche Erfolge oder Risiken aufklären, bevor die „Wunderlampe“ flächendeckend losflackern kann. Sollte sich diese Therapie als erfolgreich erweisen, so könnte diese rund zehn Prozent der Weltbevölkerung bei der Bekämpfung der LRS helfen. (fp)