Legionellen-Fund in Warsteiner Brauerei

Heilpraxisnet

Messungen im Abwassersystem zeigen starke Belastung mit Legionellen

12.09.2013

Es wurde eine weitere Quelle mit Erregern der Legionellen-Infektion von den Behörden ausfindig gemacht. Das Abwassersystem der Brauerei „Warsteiner“ hat nach zwei Messungen eine Belastung mit Legionellen angezeigt. Für das NRW-Umweltministerium ist unklar, ob die Erkrankungswelle nicht in der Großbrauerei ihren Ausgang genommen hat und ob dieser Fund Auswirkungen auf die Gesundheit der Biertrinker hat.

Die Legionellen stammen aus der Luft oder aus der Brauerei
Jetzt muss geklärt werden, ob die Brauerei selbst kontaminiert wurde, oder sogar der Ausgangspunkt der Legionellenbelastung ist, sagt ein Sprecher des Umweltministeriums. Eine Sprecher der Brauerei gab Entwarnung. Das Bier sei nicht belastet. Dies werde in einem sterilen Raum hergestellt und während der Produktion auf fast 100 Grad erhitzt. Bei über 60 Grad sterben die Legionellen ab.

Zwei Tote durch Legionellen in Warstein
In den Vergangenen Wochen hatten sich 165 Personen mit Legionellen infiziert und wurden behandelt. 16 Patienten liegen immer noch im Krankenhaus. Zwei von ihnen müssen auf der Intensivstation versorgt werden und zwei Männer sind an der durch Bakterien ausgelösten Erkrankungen gestorben. Bei einem weiteren Todesfall wird Legionellose als Grund vermutet.

Immer noch Reisewarnung für Warnstein
Die Kläranlage des Ruhrverbandes Warstein wird als Ursache für die Belastung des Flusses Wester angesehen. Vermutet wird, dass die Erreger über den Fluss in die Kühlanlage einer Firma und von dort in die Umgebungsluft gelangt sind . Die schon vor Tagen ausgesprochene Reisewarnung des Kreises Soest für Warstein gilt mindestens noch bis Donnerstag.

Desinfektion der Brauerei
Auf Anordnung des Ministeriums muss die Brauerei die Abdeckung der Klärbecken sowie eine Desinfektion mit UV-Bestrahlung im Ablauf vornehmen. Zudem müssen die Kühlaggregate ständig desinfiziert werden um einen erneuten Ausbruch zu vor zu kommen. Am Dienstag wurden bereits amtliche Proben genommen worden. Die Ergebnisse werden frühestens am Freitag erwartet.

Keine Besuche in der Brauerei
Die Warsteiner Brauerei Haus Cramer KG hat bereits schriftlich mitgeteilt, dass die Erreger am Ausgangsbereich eines Abwasserbeckens gefunden worden sind. Schutzmaßnahmen seinen bereits eingeleitet worden. Man werde alles Mögliche unternehmen, um Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter und der Bürger Warsteins auszuschließen, hieß es in der Mitteilung. So wurde unter anderem der Besucherbetrieb schon eingestellt. „Unsere Produkte sind sicher“, betonte eine Brauereisprecherin. (fr)

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Bild: johnnyb / pixelio.de