Legionellen-Gefahr: Kein Volksfest in Warstein

Alfred Domke

Legionellen-Gefahr: Volksfest in Warstein abgesagt: Entwarnung beim Trinkwasser

01.09.2013

Nach der Reisewarnung, die wegen der Legionellen-Infektionswelle ausgesprochen wurde, wurde nun auch die Internationale Montgolfiade in Warstein vorsorglich abgesagt. Zu dem Volksfest waren 100.000 Besucher erwartet worden. Entwarnung gab es beim Trinkwasser.

Gefahr noch nicht gebannt
Die Gefahr, die von der Legionellen-Infektionswelle im sauerländischen Warstein ausgeht, ist noch nicht gebannt. Das zuständige Kreisgesundheitsamt in Soest meldete am Freitag sieben Neuerkrankungen. Insgesamt seien es mittlerweile 141 Menschen, die sich infizierten. Zwei Männer starben an der Infektion. 50 Patienten werden derzeit noch in Krankenhäusern behandelt.

Vermutlich durch Kühlanlage ausgelöst
Seit dem 10. August kommt es in der 27.000 Einwohner zählenden Stadt zu den Erkrankungen, vermutlich ausgelöst durch Legionellen-Bakterien, die aus einer Kühlanlage in die Luft gelangt seien. Allerdings sei noch unklar, ob die in Verdacht geratene Rückkühlanlage wirklich die Quelle des Ausbruchs ist. Ein abschließendes Ergebnis sei erst Mitte nächster Woche zu erwarten, teilte das nationale Referenzzentrum der TU Dresden laut Aussage des Kreis Soest mit. Die Anlage ist zwar seit Tagen abgeschaltet, aber aufgrund der Inkubationszeit von zwei bis zehn Tagen rechnen die Behörden noch mit weiteren neuen Fällen.

100.000 Besucher waren erwartet worden
Da die verdächtigte Anlage deutlich mit Wasserbakterien verschmutzt gewesen sei und auch Standort und Windrichtung zu den Wohnorten der meisten Erkrankten passten, äußerten sich Experten nach der Abschaltung verhalten optimistisch bezüglich der Eindämmung der Infektionen. Trotzdem wurde die 23. Warsteiner Internationale Montgolfiade vorsorglich abgesagt. Zu dem neuntägigen Heißluftballon-Treffen waren 100.000 Besucher erwartet worden. Auf deren Internetseite heißt es: „Wir teilen das Verantwortungsbewusstsein der Kommune im vollen Umfang. Die Gesundheit und der Schutz der Bevölkerung stehen an oberster Stelle“, so die Veranstalter.

Entwarnung beim Trinkwasser
Entwarnung wurde gegeben beim Trinkwasser der Stadt. Von Proben, die aus der Hillenbergquelle, auf der ein Großteil der Wasserversorgung in Warstein beruht, liegen nun Ergebnisse vor. „Das Wasser ist völlig unbedenklich. Es gab keinen Befund auf Legionellen. Unser Trinkwasser ist einwandfrei“, besagen die Laborergebnisse des Hygieneinstituts aus Gelsenkirchen. Und auch beim örtlichen Allwetterbad bestehe keine Gefahr. „Wir hatten noch nie Legionellen in unserer Anlage“, so Badbetriebsleiter Patrick Pauschert. Trotzdem hatte man ein Hygieneinstitut in Mülheim/Ruhr mit der Untersuchung von Duschen, Schwimmbecken und Lüftungsanlagen beauftragt. Das Institut gab Entwarnung – keine Legionellen.

Bei verdächtigen Symptomen Arzt aufsuchen
Bei infizierten Personen zeigen sich eher unspezifische Symptome, die nicht eindeutig der Krankheit zugeordnet werden können. Zu Beginn tritt bei den meisten Patienten Fieber und Schüttelfrost auf – oft relativ plötzlich. Hinzu kommen Muskelschmerzen, überwiegend im Brustbereich, sowie Reizhusten. Im weiteren Verlauf können Atemnot, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall sowie vereinzelte neurologischen Ausfallerscheinungen beobachtet werden. Kommt es zu solchen Symptomen, sollten Betroffene aus der Region einen Arzt aufsuchen. (ad)

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Bild: Sebastian Karkus / pixelio.de