Legionellen: Reisewarnung für Warstein

Alfred Domke

Legionellen: Reisende sollen Warstein wegen Infektionswelle meiden

31.08.2013

Der Kreis Soest gab bekannt, dass von Reisen in den Raum Warstein abgesehen werden soll. Grund für diese ungewöhnliche Aufforderung ist die Legionellen-Infektionswelle, die die Gegend seit einigen Wochen heimsucht.

Reisen sollten vermieden werden
Seit dem 10. August kam es im sauerländischen Warstein zu einer Legionellen-Infektionswelle. Am Freitagnachmittag teilte nun der Kreis Soest mit: „Reisen in das Gebiet der Stadt Warstein, die nicht unbedingt durchgeführt werden müssen, sollten vermieden werden." Dieser Rat erfolge in Absprache mit dem Landeszentrum Gesundheit NRW und dem Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Uni Bonn. Den Einwohnern wurde empfohlen, sich nicht im Freien aufzuhalten: „Der Aufenthalt in geschlossenen Räumen verringert das Ansteckungsrisiko.“

Bürgertelefon eingerichtet
Der Kreis Soest gebe besorgten Bürgern unter der Telefonnummer 02921/303030 Antworten zu den aktuellen Legionellen-Erkrankungen. Das Bürgertelefon sei auch an diesem Samstag (31.08.2013) von 8 bis 18 Uhr sowie am Sonntag (01.09.2013) von 8 bis 16 Uhr erreichbar.

Keine Entwarnung
Bislang seien insgesamt 141 Menschen an einer Lungenentzündung erkrankt, vermutlich ausgelöst durch Legionellen-Bakterien, die aus einer Kühlanlage in die Luft gelangt seien. Allerdings sei noch unklar, ob die in Verdacht geratene Rückkühlanlage wirklich die Quelle des Ausbruchs ist. Ein abschließendes Ergebnis sei erst Mitte nächster Woche zu erwarten, teilte das nationale Referenzzentrum der TU Dresden laut Aussage des Kreis Soest mit. Daher betonte das Gesundheitsamt der Kreisverwaltung, dass es noch immer keine Entwarnung geben könne. Die verdächtige Klimaanlage sei abgestellt worden und soll erst wieder den Betrieb aufnehmen, wenn nach einer gründlichen Desinfektion keine Bakterien mehr gefunden werden.

Mit weiteren Fällen zu rechnen
Bislang seien bereits zwei Männer an der Infektion gestorben und ein weiterer Patient liegt derzeit auf der Intensivstation. Aufgrund der Inkubationszeit rechne die Behörde noch mit weiteren Fällen. Die Patienten leiden an einer Lungenentzündung, begleitet von Unwohlsein, Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Fieber und Reizhusten oder auch Durchfall. Kommt es zu solchen Symptomen, sollten Betroffene aus der Region einen Arzt aufsuchen. (ad)

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