Leidenschaftliche Fußballfans während der EM von schweren Herzinfarkten bedroht

Für viele Deutsche wird es die nächsten Wochen nur ein wichtiges Thema geben: Die Fußball Europmeisterschaft. Sicherlich bedeuten diese Tage für die meisten Menschen Spass und geselliges Zusammensein. Der auftretende Stress während dieser Sportveranstaltung kann aber auch die Gesundheit einiger Menschen gefährden. Das Risiko für Herzinfarkte und andere Herzprobleme steigt durch den Stress. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)
Alexander Stindt
Stress bei großen Sportveranstaltungen kann zu gesundheitlichen Problemen führen
In der nächsten Zeit werden sicherlich sehr viele Menschen in Deutschland die Fußball Europameisterschaft ansehen. Die Stimmung bei gemeinsamen Fernsehabenden mit Freunden oder beim sogenannten Public Viewing ist meist ausgelassen und einem schönen Abend steht nichts im Weg. Allerdings könnten solche großen Sportveranstaltungen auch negative Folgen für uns haben. Durch das Verolgen der Europameisterschaft kann Stress entstehen. Dieser erhöht dann sogar das Risiko für das Auftreten eines Herzinfarkts.

Wissenschaftler vom angesehenen King’s College in London und dem St. Thomas‘ Hospital stellten jetzt bei einer Untersuchung fest, dass große Sportveranstaltungen (Olympische Spiele, Fußball Europameisterschaft) unser Risiko für Herzinfarkte erhöhen. Der auftretende Stress, der durch das Anfeuern der eigenen Mannschaft entsteht, kann also zu einer ernsthaften Bedrohung für unsere Gesundheit werden. Die Experten stellten die Ergebnisse ihrer Studie auf der British Cardiovascular Society Konferenz in Manchester vor.

Für viele Deutsche wird es die nächsten Wochen nur ein wichtiges Thema geben: Die Fußball Europmeisterschaft. Sicherlich bedeuten diese Tage für die meisten Menschen Spaß und geselliges Zusammensein. Der auftretende Stress während dieser Sportveranstaltung kann aber auch die Gesundheit gefährden. Das Risiko für Herzinfarkte und andere Herzprobleme steigt durch den Stress. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)
Für viele Deutsche wird es die nächsten Wochen nur ein wichtiges Thema geben: Die Fußball Europmeisterschaft. Sicherlich bedeuten diese Tage für die meisten Menschen Spaß und geselliges Zusammensein. Der auftretende Stress während dieser Sportveranstaltung kann aber auch die Gesundheit gefährden. Das Risiko für Herzinfarkte und andere Herzprobleme steigt durch den Stress. (Bild: drubig-photo/fotolia.com)

Menschen mit Herzproblemen sollten Stress bei der Europameisterschaft vermeiden
Psychische Belastungen im Zusammenhang mit großen Sportveranstaltungen können das Risiko von Herzproblemen vergrößern, warnen die Experten. Die Europameisterschaft beginnt in einigen Tagen und die Olympischen Spiele werden in diesem August ausgetragen. Somit könnte dieser Sommer für einige Fans, mit bereits bestehenden Herzproblemen, lebensbedrohlich werden. Betroffene sollten also vorsichtig sein, und sich nicht zu viel Stress aussetzen, um die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes zu verringern, raten die Mediziner.

Forscher untersuchen Auswirkungen von Stress auf Menschen mit koronaren Herzerkrankungen
Die Gefahr besteht natürlich nicht nur für Fans, die sich die Spiele der Europameisterschaft live vor Ort ansehen. Auch Menschen, die diese Sportveranstaltung durch den Fernseher verfolgen, setzen sich einem erhöhten Risiko aus, sagen die Forscher. Für die kleine Studie wurden fünfzehn Probanden von den Forschern des Kings College in London und den Medizinern des St. Thomas Hospital untersucht. Diese Teilnehmer litten alle unter einer erheblichen koronaren Herzkrankheit (KHK), erläutern die Mediziner. Außerdem untersuchten die Forscher noch weitere elf Testpersonen ohne irgendwelche Herzprobleme.

Probanden mussten verschiedene Stresstests absolvieren
Die Probanden unterzogen sich verschiedenen Prüfungen, bei denen psychischer Stress ausgelöst wurde, sagen die Mediziner. Dabei maßen die Experten den Blutdruck und die Geschwindigkeit des Blutflusses durch die Arterien. Die Forscher konnten dann feststellen, dass die Tests zu einer Erhöhung der Herzfrequenz und des Blutdrucks führten. Diese Auswirkungen spiegeln die Erhöhung des Sauerstoffbedarfes unseres Herzmuskels wider, erläutern die Experten.

Auswirkung von Stress: Blut fließt schlechter durch die kleinen Blutgefäße im Herzen
Die Mediziner konnten bei ihren Untersuchungen beobachten, dass es eine erhöhte Behinderung des Blutflusses durch die kleinen Blutgefäße im Herzen gab. Daran ist klar zu erkennen, dass psychische Belastungen dieser Art durchaus ein gesundheitliches Risiko darstellen können, erläutert Professor Jeremy Pearson von der British Heart Foundation, welche die Studie finanzierte. Eine größere Skalierung der Studien sei allerdings erforderlich, um die vorhandenen Ergebnisse noch zu bestätigen. Doch während der Euro 2016 ist es wahrscheinlich, dass viele Menschen einen gewissen mentalen Stress erleben und noch mehr Frustration, fügt der Experte hinzu.

Beta-Blocker können die Stressreaktion des Körpers reduzieren
Die Ergebnisse der Studie zeigen klar, dass Menschen mit koronarer Herzkrankheit alles tun sollten, was möglich ist, um den auftretenden Stress der Europameisterschaft zu minimieren, raten die Wissenschaftler. Derzeit gebe es keine speziellen Behandlungen, die diese Auswirkungen bekämpfen, sagt der Hauptautor Dr. Satpal Arri. Aktuelle Angina Behandlungen wie beispielsweise Beta-Blocker könnten allerdings die Stressreaktion des Körpers reduzieren und zumindest etwas Schutz bieten.

Menschen mit koronarer Herzkrankheit sollten versuchen das Risiko zu minimieren
Andere Beobachtungsstudien mit großen Populationen haben bereits herausgefunden, dass durch erschreckende Naturereignisse (Erdbeben, Vulkanausbrüche) psychischer Stress entsteht, der mit einer erhöhten Anzahl von Herzinfarkten und anderen Herzerkrankungen verbunden ist, erklären die Experten. Auf kurze Sicht deuten unsere Ergebnisse darauf hin, dass bei der Europameisterschaft auftretender psychischer Stress das Risiko für einige Menschen mit koronarer Herzkrankheit erhöhen könnte, so das Fazit der Mediziner. Betroffene sollten sich Hilfe suchen und behandeln lassen, um das Risiko dementsprechend zu minimieren, so Satpal Arri und Kollegen weiter. (as)

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