Lidl ruft Paprika zurück: Hautreizungen drohen

Sebastian

Lidl ruft Paprika Mix zurück: Durch nachgewiesene Überschreitungen der toxikologischen Höchstmenge eines Wachstumsregulator drohen Reizungen der Schleimhäute und Hautreizungen. Auch andere Supermärkte könnten betroffen sein.

16.01.2011

Die Supermarktkette Lidl ruft Verbraucher dazu auf, eine bereits gekaufte Paprika-Sorte mit der Bezeichnung „Spanischer Paprika Mix“ nicht zu verzehren und statt dessen in einer Filiale zurück zu geben. In dem Gemüse wurden hohe Belastungen des Wachstumsregulator „ Ethephon“ gefunden.

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Rückrufaktion des Spanischen Paprika Mix
Die Discounter Kette „Lidl“ ruft Verbraucher dazu auf, den „Spanischen Paprika Mix“ (Losnummer L-01-05 TUTW) aus den Supermärkten in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen nicht zu essen und statt dessen gegen Erstattung des Kaufpreis zurück zugeben. Wie das Unternehmen am Samstag mitteilte, handelt es sich um die Ware, die zwischen dem 10. und 13. Januar 2011 verkauft wurden. In dem Paprika-Mix (bestehend aus roten und gelben Paprika-Sorten) wurden hohe Werte des Wachstumsregulators „Ethephon“ nachgewiesen. Ethephon (2-Chlorethyl-phosphonsäure) ist ein Pflanzenwachstumsregulator der zur Steuerung biologischer Prozesse verwandt wird. Unter anderen reifen Früchtesorten und Gemüse durch die Gabe des Pestizids schneller. Ethephon dringt dabei in das Pflanzengewebe ein und zerfällt bei einem Abspaltungsprozess. Bei einer Überschreitung der toxikologischen Höchstmenge in Obst und Gemüse drohen gesundheitsschädliche Schädigungen wie Hautreizungen und Reizungen der Schleimhäute. Wird das Pflanzenmittel in großen Mengen verzehrt, wirkt es als Nervengift. In den letzten Jahren konnte beobachtet werden, dass zahlreiche Agrarbetriebe den Wachstumsregler verstärkt einsetzen. Seit dem unternehmen Verbraucherschützer regelmäßige Kontrollen, um eine Überschreitung der Höchstmengen in Obst und Gemüse zu untersuchen.

Auch andere Supermärkte und Bundesländer könnten betroffen sein
Das Ministerium für Verbraucherschutz in Baden-Württemberg teilte mit, dass es nicht auszuschließen sei, dass die spanische Paprika-Mix-Sorte nicht nur bei Lidl verkauft wurde, sondern auch über andere Ketten. Ferner können die Verbraucherschützer nicht ausschließen, dass das belastete Gemüse auch außerhalb des Bundeslandes in den Verkaufshandel geraten ist. Aus diesem Grund habe man bereits eine offizielle Untersuchung eingeleitet. In einer Woche könnten erste Ergebnisse der Lebensmittelüberwachung vorliegen.

Das Unternehmen Lidl betonte am Samstag, dass die betroffene Paprika-Sorte bereits aus dem Verkauf genommen wurde. Alle derzeit verkauften Paprika-Mixe und Sorten sind von der Rückrufaktion nicht betroffen. Es befinde sich derzeit keine verdächtige Ware im Verkauf, so das Unternehmen. Man habe im Sinne des „vorbeugenden Verbraucherschutzes“ umgehend reagiert. Wer die benannte Ware noch zu Hause hat, sollte diese auf keinen Fall verzehren, sondern die Paprika zurück bringen. Der Kaufpreis wird ausnahmslos erstattet. (sb)

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Bild: khv24 / pixelio.de