Lidl warnt vor Listerien verseuchten Käse

Heilpraxisnet

In zwei zum Verkauf angebotenen Käsesorten wurden in Einzelproben hohe Konzentrationen von Listerien gefunden. Der Lebensmittelhandel "Lidl" warnt vor dem Verzehr und zieht zwei Käsesorten aus dem Verkehr

Die Supermarktkette "Lidl" zieht zwei Käsesorten aus dem Verkauf. Wie die Supermarktkette mitteilte, wurden in einzelnen untersuchten Proben hohe Konzentrationen von Listerien entdeckt. Die Bakterien Listerien verursachen die Infektionskrankheit Listeriose. Die Bakterien Listerien kommen quasi überall vor. Listerien gelten als Schmutzkeime und sind besonders in Abwässern, Böden sowie verunreinigtem Wasser, Lebens- und Futtermitteln vorzufinden. Da die Bakterien Listerien eher als Erd- oder Fäulniskeime anzusehen sind, wird die Erkrankung auch als „Geonose“ oder „Sapronose“ bezeichnet. Listerien können beim Menschen schwere Infektionskrankheiten verursachen, die Listeriose genannt wird. Die Bakterien kommen vor allem in Milch- oder Fleischprodukten vor, die nicht nach gesundheitlichen Aspekten ordnungsgemäß behandelt wurden.

Neben den zwei Käsesorten (laut Lidl Käse-Produkte vom österreichischen Unternehmen Prolactal) wurde auch der Bauernhandkäse mit Edelschimmel (Reinhardshof) vorsorglich zurückgerufen. Von der Rückrufaktion sind alle Lidl Supermärkte in der Bundesrepublik Deutschland betroffen. Falls Konsumenten bereits die zurück gerufenen Käsesorten gekauft haben, kann der Kaufpreis gegen Vorlage eines Kassenbons zurück erstattet werden, teilte das Unternehmen mit.

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Käse der mit Listerien verseucht ist, kann weder am Aussehen, Geruch oder Geschmack erkannt werden. Lediglich ein Test im Labor gibt Aufschluss darüber, ob der Käse verseucht ist. Besonders gefährdet sind in diesem Zusammenhang Menschen die über eine schlechte körperliche Abwehr verfügen. Zudem haben schwangere Frauen ein etwa 12-fach höheres Risiko, an einer Listeriose zu erkranken.

Der Krankheitsverlauf ähnelt eine Grippe. Zunächst erleiden Erkrankte an Durchfällen und heftige Bauchschmerzen. Im weiteren Verlauf können Fieber, starke Kopfschmerzen, Lähmungen und Benommenheit dazu kommen. In manchen Fällen kann Listeriose auch zum Tode führen.

Eines der größten Probleme bei der Diagnose und Behandlung ist das zu späte Erkennen der Erkrankung. Zwischen Infektion und Ausbruch können bis zu zwei Monate liegen. Deshalb sollten Patienten Symptome immer ernst nehmen und zum Arzt gehen. Eine bakteriologische Untersuchung kann die Diagnose sichern und nachweisen, ob eine Listeriose vorliegt. Mit der ärztlichen Vergabe von Antibiotika kann eine Erkrankung therapiert werden.

Vorbeugen hilft die Ansteckungsgefahr zu vermindern
Wie gefährlich eine Listeriose-Erkrankung sein kann, zeigte ein Fall in Kanada. Im Sommer 2008 waren 12 Menschen aufgrund eines Verzehr von Listerien-verseuchten Fleischprodukten verstorben. Vorbeugen ist noch immer die sicherste Prophylaxe vor Lebensmittelinfektionen. Fleisch und Gemüse sollte immer ausreichend erhitzt werden, um Keime und Bakterien zu vernichten. Gemüse sollte sorgfältig gewaschen und getrennt von rohem Fleisch aufbewahrt werden. Hände sollten immer nach dem Kontakt mit rohem Fleisch oder Gemüse gründlich gewaschen werden. Vor allem Schwangere, Ältere Menschen und Patienten mit einer geschwächten Immunabwehr sollten rohes Fleisch, rohen Fisch, Rohmilchprodukte meiden. (sb, 23.01.2010)