Liebesleben: Mehr Sex stärkt laut Studie menschliches Immunsystem

Alexander Stindt
Aktives Sexualleben bereitet Körper besser auf Schwangerschaft vor und stärkt das Immunsystem
Gerade jetzt im Winter ist ein starkes Immunsystem wichtig. Um eine Erkältung oder gar eine Grippe körperlich abzuwehren, ist es hilfreich, das Immunsystem zu stärken. Neben Vitaminen und einer gesunder Ernährung kann auch ein aktives Liebesleben unser körpereigenes Abwehrsystem stärken. Auch die Chancen auf eine Schwangerschaft wird durch ein aktiveres Sexleben erhöht. Das fanden Forscher des „Kinsey Institute“ der Universität von Indiana in den USA heraus.

In einer Studie wurde nun festgestellt, dass mehr Sex unser Immunsystem stärkt. Außerdem wird durch mehr sexuelle Aktivität auch die Fruchtbarkeit bei Frauen gesteigert. Am „Kinsey Institute“ der Universität von Indiana wurde festgestellt, dass sexuelle Aktivität physiologische Veränderungen im Körper auslöst. Bei Frauen vergrößert dies die Chance auf eine Schwangerschaft. Bereits in früheren Forschungen hatte Tierney Lorenz herausgefunden, dass ein aktives Sexualleben zu einem gesunden Immunsystem beiträgt.

Ein aktives Liebesleben stärkt das Immunsystem. Bild: Jacob Lund – fotolia

Unser Organismus erwartet Sex. Der menschliche Körper ist auf Fortpflanzung ausgelegt. „Darüber warum und wie stark Sex unseren Gesundheitszustand beeinflusst, ist wenig bekannt“, erklärte Lorenz. Nun wurde eine Studie durchgeführt, die Antworten auf genau diese Fragen bringen sollte. Zu diesem Zweck wurden 30 Frauen in zwei Gruppen unterteilt. Eine Gruppe bestand aus sexuell aktiven Frauen.

In der anderen Gruppe waren abstinent lebende Frauen. Es konnte festgestellt werden, dass bei sexuell aktiven Frauen größere Veränderungen in Typ 2 T-Helferzellen und den zugehörigen Proteinen auftreten. T-Helferzellen verwalten die körpereigene Immunabwehr. Diese aktivieren Zellen, die eindringende Mikroben im Körper zerstören. Die Antikörper – auch Immunglobuline genannt – spielen eine wichtige Rolle im Kampf gegen körperfremde Eindringlinge. Die Typ 1 T-Helferzelle hilft bei der körpereigenen Abwehr gegen Bedrohungen von außen. Die Typ 2 T-Helferzelle unterstützt bei der Aufnahme von „Eindringlingen“ wie Sperma oder entstehenden Embryonen. Ohne die Typ 2 Zellen würde der Körper beide Arten von Fremdkörpern als Bedrohung erachten und diese abstoßen. Dieses Verhalten würde ein Schwangerschaft unmöglich machen.

Sexuell aktive Frauen bereiten sich besser auf Schwangerschaft vor
Die Studie ergab außerdem, dass sich ein Frauenkörper besser auf eine Schwangerschaft vorbereitet, wenn er regelmäßig sexuell aktiv ist. Früher dachten die meisten Paare mit Kinderwunsch, dass es nur auf ein gutes Timing ankommt, um schwanger zu werden. Es gibt bestimmte Tage, an denen eine Frau fruchtbarer ist. Forscher und Mediziner raten nun aber Paaren regelmäßig Sex zu haben. Frauen, die sexuell aktiv in der Studie waren, haben deutlich mehr T2 Helferzellen in ihrer Lutealphase. Diese Phase, auch Sekretionsphase genannt, ist die Zyklusphase, die unmittelbar auf den Eisprung folgt. Das bedeutet, dass der Körper sich besser vorbereitet ein Schwangerschaft zu akzeptieren. Bei sexuell abstinent lebenden Frauen wurde keine Veränderungen in der Immunität festgestellt.

Immunsystem reagiert auf Sozialverhalten
Es sei klar zu erkennen, dass das Immunsystem auf unser Sozialverhalten reagiere. In diesem Fall auf unsere sexuelle Aktivität. „Bei sexuell aktiven Frauen bereite sich das Immunsystem auf eine mögliche Schwangerschaft besser vor“, sagte Lorenz. Das Immunsystem ist nicht nur ein passives System. Es ist vielmehr ein höchst proaktive System. Dieses verändert sich als Reaktion auf externe Signale, wie zum Beispiel dem Sozialverhalten oder der physischen Umwelt. (sb, as)