Liebespaare aufgepasst: Welchen Sex wünschen wir uns und wie sieht er tatsächlich aus?

Was Paare glücklich macht. Bild: drubig-photo - fotolia
Sebastian
Wenn man Menschen bezüglich ihres Sexuallebens befragt, klaffen Wunschdenken und Realität oft weit auseinander. So manche Frau und wohl noch mehr Männer schummeln dabei wahrscheinlich etwas. In einer aktuellen Studie zeigte sich, dass viele Bundesbürger ihren Vorstellungen in manchen Bereichen sehr nahe kommen.

Befragungen zum Sexualleben
Ein aktiveres Sexleben steigert das Immunsystem: Das haben US-amerikanische Wissenschaftler vor kurzem berichtet. Doch der Grund warum Menschen miteinander Geschlechtsverkehr haben – oder haben wollen – hat in der Regel nichts mit gesundheitlichen Aspekten zu tun, sondern mit Lust. Erfreulich ist, dass Frauen heute experimentierfreudiger und selbstbewusster sind als früher, wie eine Langzeitstudie zeigte. Befragt man Menschen zu ihrem Sexualleben, ist das aber oft so eine Sache. Manchen ist es peinlich, wenn sie etwa gefragt werden, welche Fantasien noch normal sind, andere beschönigen vieles. Dies sollte man bei Umfragen zum Thema stets im Auge behalten.

Was Paare glücklich macht. Bild: drubig-photo - fotolia
Was Paare glücklich macht. Bild: drubig-photo – fotolia

Wie das ideale Sexleben der Deutschen aussieht
Der Kondomhersteller „Durex“ hat die Ergebnisse einer neuen Studie, durchgeführt von Censuswide unter 1.001 deutschen Frauen und Männern ab 18 Jahren, vorgestellt. Demnach stellen sich die Bundesbürger unter einem idealen Sexualleben vor, fünf Mal die Woche Geschlechtsverkehr zu haben, der jeweils etwa 30 Minuten dauert. Die Umfrage zeigte auch, dass in vielen Betten Deutschlands viel Luft nach oben bleibt: Knapp die Hälfte der Deutschen (47 Prozent) ist nicht zufrieden mit ihrem Liebesleben. Und mehr als jeder Zehnte davon ist sogar überhaupt nicht mit dem zufrieden, was sich zwischen den Laken abspielt – beziehungsweise eben nicht abspielt.

Männer äußern sich positiver als Frauen
Die männlichen Bundesbürger bewerten ihr Sexleben grundsätzlich positiver als die Frauen. Rund 45 Prozent der Männer geben ihrem Liebesleben die Note gut. Bei Frauen sind es lediglich knapp über 37 Prozent. Einer von fünf Deutschen findet sein Sexleben großartig. Allerdings beschreiben es fast 17 Prozent als unbefriedigend. Den Ergebnissen zufolge dauert der Sex in deutschen Schlafzimmern durchschnittlich 23 Minuten und 53 Sekunden, wobei sich die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen im bundesdeutschen Durchschnitt am längsten Zeit nimmt: 24 Minuten und 55 Sekunden inklusive Vorspiel.

Rheinland-Pfälzer besonders zufrieden
In den einzelnen Bundesländern zeigten sich teilweise deutliche Unterschiede. Wie es in der Mitteilung heißt, leben und lieben die Genießer wohl in Brandenburg. Dort liegt der Durchschnitt bei 29 Minuten. Die ideale Sexlänge liegt für die Deutschen bei einer halben Stunde (Frauen geben im Schnitt 29 Minuten an, Männer 31 Minuten). Fünf Mal wöchentlich Sex zu haben wäre für die Bundesbürger zwar perfekt, die Realität sieht jedoch anders aus: Durchschnittlich zweimal pro Woche kommt es dazu. Das sollte aber niemanden traurig stimmen: Viel Sex macht Paare nicht unbedingt glücklich, meinen Forscher. In Rheinland-Pfalz sind die Menschen am zufriedensten mit ihrem Liebesleben. Über ein Viertel (26 Prozent) beschreibt es als großartig.

Vielen fehlt es an Abwechslung
Fast jeder zweite Deutsche (48 Prozent) gab an, immer einen Orgasmus beim Sex zu haben, wobei ein klarer Unterschied zwischen Frauen und Männern besteht. Demnach behaupten 61 Prozent der Männer, immer zum Höhepunkt zu kommen, während dies mit 27 Prozent nur knapp über ein Viertel der Frauen sagen. Von den über 55-Jährigen sagen 52 Prozent, immer einen Orgasmus zu haben. Die 18- bis 24-Jährigen wiederum liegen mit 43 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Etwa drei von zehn aller Befragten (29 Prozent) nennen ein fehlendes oder zu wenig intensives Vorspiel als Grund dafür, keinen Orgasmus zu bekommen. Insgesamt 26 Prozent fehlt es an Abwechslung. Rund ein Viertel (24 Prozent) macht eine zu kurze Erektion für den ausbleibenden Höhepunkt verantwortlich.

Sextoys sind bei vielen beliebt
Auch Sexspielzeug kommt bei den Deutschen zum Einsatz, insbesondere bei Münchnern (67 Prozent). Vor allem die 25- bis 34-Jährigen sind experimentierfreudig. Demnach geben 71 Prozent der Befragten innerhalb dieser Altersgruppe an, solche Hilfsmittel zu verwenden. Über alle Altersgruppen hinweg lehnen nur 39 Prozent die Nutzung komplett ab. Bei denjenigen Teilnehmern, die Sextoys verwenden, liegt der Vibrator mit 62 Prozent vorne. Ein möglicher Grund für den Einsatz der Toys könnte der Wunsch sein, die Routine im Liebesleben zu bekämpfen. Ein Fünftel aller Befragten beschreibt ihr Sexleben als routiniert. Frauen bewerten dies mit 23Prozent kritischer als Männer. Bei den männlichen Befragten stellen lediglich 18 Prozent Routine fest. Denjenigen, die nicht so ganz glücklich mit ihrem Liebesleben sind, kann womöglich sogenanntes „Bettgeflüster“ helfen. Laut Wissenschaftlern können Paare ihre Zufriedenheit verbessern, wenn sie während des Aktes öfter kuscheln, sich küssen und zusammen lachen. (ad)