Lieferengpass bei vielen wichtigen Impfstoffen in Deutschland

Fabian Peters
Keine optimale Versorgung mit Impfstoffen während des Winters gewährleistet
Zur Zeit bestehen Lieferengpässe bei einigen „Human-Impfstoffen“. Diese werden normalerweise zur Prävention oder zur Behandlung von Infektionskrankheiten eingesetzt. Durch die Lieferschwierigkeiten zeichnet sich ein Impfstoffmangel beispielsweise für Keuchhusten oder Tetanus in Deutschland ab. Für einige der Impfstoffe sind jedoch Alternativen von anderen Anbietern verfügbar.

Aus einer Auflistung des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) geht hervor, dass zum jetzigen Zeitpunkt Lieferengpässe bei einigen Impfstoffen vorliegen. In der Übersicht sind aber auch alternative Impfstoffe angegeben. Das Ziel der Liste ist es, einen Überblick dazu zu ermöglichen, ob und welche der Abwehrstoffe gegen Infektionskrankheiten zur Verfügung stehen. Aufgrund der Lieferengpässe sind nicht alle Medikamente jederzeit erhältlich. So fehlen zur Zeit unter anderem Impfstoffe gegen Grippe, Tetanus oder Diphtherie. Unter einem Lieferengpass ist zu verstehen, dass voraussichtlich über zwei Wochen oder mehr keine Auslieferungen in normalen Mengen durchgeführt werden können. Einer der Gründe hierfür kann beispielsweise eine unerwartete, vermehrte Nachfrage sein. Im Moment sind aus diesen oder ähnlichen Gründen etwa zwei Dutzend der Impfstoffe nicht ausreichend auf dem deutschen Markt verfügbar.

Drohende Engpässe bei der Versorgung mit einzelnen Impfstoffen. (Bild: Anton Gvozdikov/fotolia.com)
Drohende Engpässe bei der Versorgung mit einzelnen Impfstoffen. (Bild: Anton Gvozdikov/fotolia.com)

Basisimpfstoffe erhältlich und Impfschutz bei vielen Menschen vorhanden
Durch die Lieferschwierigkeiten wird es nicht möglich sein, fehlende Impfstoffe in nächster Zeit zu bekommen. Ein Problem könnte entstehen, weil jetzt viele der Kinder von Flüchtlingen nicht geimpft und optimal behandelt werden können. Bei einigen Krankheiten ist dann eine vermehrte Ansteckung und Ausbreitung möglich. Eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts erklärte dazu allerdings, dass entsprechende Warnungen des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte anzuzweifeln seien. Die Bevölkerung könne weiterhin ausreichend mit Basisimpfstoffen versorgt werden. Es gebe keine riskanten Lücken im Impfschutz. Aus sei eine verspätete Auffrischung von Impfungen nicht wirklich gefährlich und deswegen in diesem Fall akzeptabel. Außerdem stünden für eine Grundimmunisierung gegen die von den Kinder- und Jugendärzten genannten Krankheiten noch andere Präparate als Alternativen bereit. (as)