Listerien-Keime: Globus-Verbrauchermarkt ruft Fleisch- und Wurstwaren zurück

Der Globus-Verbrauchermarkt in Plattling (Niederbayern) hat eine Rückrufaktion für seine Wurst- und Fleischprodukte gestartet. In den Metzgerei-Artikeln könnten gesundheitsgefährdende Listerien enthalten sein. (Bild: Christian Müller/fotolia.com)
Alfred Domke
Listerien in Wurst- und Fleischwaren: Behörde untersagt Metzgerei Verkauf
Der Globus-Verbrauchermarkt im niederbayerischen Plattling ruft Wurst- und Fleischwaren aus seiner Bedienungstheke zurück. In den Metzgerei-Artikeln könnten gesundheitsgefährdende Listerien enthalten sein. Die Keime waren in den vergangenen Monaten mehrmals in Lebensmitteln festgestellt worden.

Verkauf von Wurstwaren untersagt
Der Globus-Verbrauchermarkt in Plattling (Niederbayern) ruft Fleisch und Wurst aus seiner Bedienungstheke zurück. Nach Unternehmensangaben könnten die Metzgerei-Artikel mit Listerien-Bakterien belastet sein. Den Angaben zufolge sei nur Ware betroffen, die seit dem 30. Mai in der hauseigenen Metzgerei abgepackt wurde. Das Landrastsamt Deggendorf habe derzeit den weiteren Verkauf von Wurstwaren untersagt. Es sei noch zu klären, woher die Keime kamen. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten unbedingt auf den Konsum der betroffenen Produkte verzichten. Gekaufte Ware kann gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben werden.

Der Globus-Verbrauchermarkt in Plattling (Niederbayern) hat eine Rückrufaktion für seine Wurst- und Fleischprodukte gestartet. In den Metzgerei-Artikeln könnten gesundheitsgefährdende Listerien enthalten sein. (Bild: Christian Müller/fotolia.com)
Der Globus-Verbrauchermarkt in Plattling (Niederbayern) hat eine Rückrufaktion für seine Wurst- und Fleischprodukte gestartet. In den Metzgerei-Artikeln könnten gesundheitsgefährdende Listerien enthalten sein. (Bild: Christian Müller/fotolia.com)

Bakterien können für Schwangere und Kinder gefährlich werden
Listerien (Listeria monocytogenes) können beim Menschen eine sogenannte „Listeriose“ auslösen. Diese kann grippeähnliche Symptome wie Erbrechen, Muskelschmerzen, Durchfall und Fieber verursachen. Bei gesunden Erwachsenen nimmt die Erkrankung zwar normalerweise einen harmlosen Verlauf, für Schwangere, Neugeborene, ältere Menschen und Personen mit schwacher Immunabwehr kann sie jedoch unter Umständen gefährlich werden und beispielsweise zu einer Blutvergiftung, Gehirn- oder Gehirnhautentzündung führen. Bei Schwangeren steigt das Risiko für eine Früh- oder Fehlgeburt. Um sich zu schützen, sollten Risikopersonen laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) keine tierischen Lebensmittel im Rohzustand (wie etwa Mett) essen. Außerdem sollten sie auf geräucherte oder marinierte Fischerzeugnisse und Rohmilchkäse verzichten.

Listerien-Funde häufen sich
Da der Ausbruch der Erkrankung selbst noch bis zu acht Wochen nach dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel möglich ist, sollte bei entsprechenden Symptomen ein Arzt aufgesucht werden. Listerien können sich bei niedrigen Temperaturen – also auch im Kühlschrank – vermehren. Durch vollständiges Durcherhitzen können die Keime unschädlich gemacht werden. In den vergangenen Monaten ist das Thema Listerien vor allem aufgrund des Sieber-Wurst-Skandals in der Öffentlichkeit präsent gewesen. Die Großmetzgerei musste sogar Insolvenz beantragen. Die Meldungen über Nachweise von Listerien hatten sich in den letzten Wochen allgemein gehäuft. So hatte das Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA) erst vor wenigen Tagen in mehreren Fischerzeugnissen gesundheitsschädliche Bakterien nachgewiesen, woraufhin der Hersteller Von SER eine Rückrufaktion für die betroffenen Fischprodukte startete. (ad)

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