Lungenerkrankung COPD beginnt langsam

Heilpraxisnet

Raucherhusten kann Hinweis auf gefährliche COPD sein

19.11.2014

Weltweit leiden immer mehr Menschen an der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD, welche sich vor allem durch den sogenannten „Raucherhusten“, Auswurf und Atemnot äußert. Trotz steigender Zahlen ist die Erkrankung weitgehend unbekannt, zudem wird der lästige Husten oft nicht ernst genug genommen und von vielen Rauchern eher ignoriert. Mit fatalen Folgen, denn eine COPD ist in der Regel nicht heilbar und kann im Ernstfall sogar tödlich enden. Dementsprechend steht am heutigen „World COPD Day 2014“ erneut die Aufklärung der Bevölkerung im Mittelpunkt.

Husten und Auswurf werden oft unterschätzt
Husten am Morgen gehört für viele Raucher zum normalen Alltag, oft setzt dieser gleich morgens nach dem Aufstehen ein und wird von zähem Auswurf begleitet. In vielen Fällen wird der sogenannte „Raucherhusten“ zwar als unangenehme, aber nicht dramatische Folge langjährigen Qualmens betrachtet – und damit oft grundlegend unterschätzt. Das Problem: Der Husten kann ein Hinweis auf die Chronisch obstruktive Lungenerkrankung („chronic obstructive pulmonary disease", kurz: COPD) sein, womit verschiedene chronische Atemwegserkrankungen bezeichnet werden, die durch eine zunehmende Blockierung der Atmung gekennzeichnet sind. Die COPD gilt mittlerweile als die Volkskrankheit mit der höchsten Steigerungsrate, von welcher laut dem Verein „COPD – Deutschland e.V.“ Schätzungen zufolge allein in Deutschland rund 6,8 Millionen sowie weltweit etwa 600 Millionen Menschen betroffen sind. Die Häufigkeit nimmt dabei mit dem Alter stark zu, sodass nach Angaben der Stiftung „Atemweg“ hierzulande bereits 15 Prozent der über 40-jährigen und und knapp 30 Prozent der über 70-jährigen erkrankt sind.

COPD mittlerweile dritthäufigste Todesursache weltweit
Dementsprechend stelle die chronisch obstruktive Lungenerkrankung laut der Weltgesundheitsorganisation mittlerweile die dritthäufigste Todesursache weltweit dar. Die wichtigsten Anzeichen sind dabei Auswurf, Husten und Atemnot („AHA“-Symptome), wobei letztere oft zu Beginn nur bei körperlicher Anstrengung auftritt, im weiteren Verlauf aber auch im Ruhezustand. Der Raucherhusten ist dabei normalerweise morgens am stärksten ausgeprägt, wodurch auch das sogenannte „Sputum“ relativ leicht abgehustet wird, welches bei COPD meist leicht bräunlich gefärbt ist. Zudem entwickelt sich im Verlauf der Erkrankung oft ein Engegefühl in der Brust bzw. das Gefühl einer „überblähten“ Lunge, wodurch sich die Betroffenen ständig „atemlos“ fühlen. Darüber hinaus sind auch „quietschende“ bzw. „rasselnde“ Geräusche beim Ausatmen und eine insgesamt verringerte Leistungsfähigkeit typisch.

In 90% der Fälle ist das Rauchen die Ursache
Die Ursache der COPD liegt in den meisten Fällen in einer dauerhaften Schadstoffbelastung der Lunge, wobei der größte Risikofaktor das Rauchen darstellt. Dementsprechend lassen sich bis zu 90 Prozent aller Fälle aufs Tabakrauchen zurückführen, neben dem stellt aber auch das Passivrauchen ein ernstzunehmendes Risiko dar. Deutlich seltener kommen auch giftiger Staub, Dämpfe und Gase als Ursache in Betracht, ebenso wie erbliche Faktoren oder häufige Atemwegsinfekte in der Kindheit. Besteht eine COPD, ist diese nicht vollständig heilbar, dennoch kann durch eine entsprechende Therapie ein Fortschreiten der Erkrankung gemindert bzw. gestoppt und dadurch die Lebensqualität der Patienten verbessert werden. Erfolgt hingegen keine entsprechende Behandlung, kann eine COPD tödlich enden, allein in Deutschland sterben derzeit immer noch mehr als 20.000 Menschen an den Spätfolgen. Demzufolge sollten Betroffene zeitnah einen Arzt aufsuchen und umgehend mit dem Rauchen aufhören, denn entscheidend für den Behandlungserfolg ist es, die Auslöser der Erkrankung zu vermeiden.

WHO gründet Initiative zur Aufklärung der Bevölkerung
Trotz der stetig steigenden Erkrankungszahl, ist COPD den meisten Menschen kein Begriff, dementsprechend wird die Erkrankung in vielen Fällen auch nicht früh genug diagnostiziert. Aus diesem Grund hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gemeinsam mit dem National Institute of Health (NIH) die sogenannte „Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease“ (GOLD) ins Leben gerufen, mit dem Ziel, die Diagnose und die Behandlung zu verbessern und die Menschen über COPD zu informieren. Seit 2002 organisiert die GOLD daher den „Welttag COPD“, an welchem unter anderem Gesundheitsorganisationen und Patientenvereinigungen aus über 50 Ländern teilnehmen.

Frühzeitige Diagnosen nur durch stärkeres Bewusstsein für COPD möglich
Am heutigen 19. November startet der diesjährige „World COPD Day 2014“ unter dem Motto "Es ist nicht zu spät“, wobei im Zentrum der Aktion die zahlreichen Möglichkeiten wie Atemtechniken oder spezielle körperliche Übungen stehen, mithilfe derer die Betroffenen den fortschreitenden Verlust an Lungenfunktion aufzuhalten können. „Das Bestreben, die Früherkennung zu verbessern, neue Behandlungsmethoden zu entwickeln und bessere Patienten-Prognosen vorhersagen zu können, ist maßgeblich für einen erneuten Optimismus in diesem Kampf“, so Dr. Marc Decramer, Vorstandsvorsitzender der Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease. Hier sei jedoch noch eine Menge Arbeit zu leisten, so Decramer weiter: „Allerdings ist noch ein langer Weg zu gehen, um das Bewusstsein für COPD und die zentralen Symptome wie chronischen Husten und Atemnot zu verbessern. Das wird notwendig sein, um die Anzahl frühzeitiger Diagnose der Erkrankung zu erhöhen.“ (nr)

Bild: Bernd Kasper / pixelio.de