WHO-Warnung: Luftverschmutzung verursacht weltweit immer mehr Todesfällen

Alexander Stindt
WHO untersuchte die Anzahl der Todesfälle durch verminderte Luftqualität
Die Luftverschmutzung ist in den meisten Ländern der Welt auf dem Vormarsch. Dadurch entstehen auch viele gesundheitliche Probleme bei Menschen in diesen Ländern. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass es alleine im Jahr 2012 etwa 6,5 Millionen Todesfälle durch die Auswirkungen der Luftverschmutzung gegeben hat.

Die Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellten bei einer Untersuchung fest, dass jedes Jahr viele Menschen durch die Auswirkungen der Luftverschmutzung ums Leben kommen. Alleine im Jahr 2012 scheinen etwa 6,5 Millionen Tote auf das Konto der Luftverschmutzung gegangen zu sein. Das waren etwa 11,6 Prozent der weltweiten Todesfälle 2012. Die Forscher veröffentlichten jetzt eine Pressemitteilung zu den Ergebnissen ihrer Untersuchung.

In der heutigen Zeit nimmt die Luftverschmutzung immer weiter zu. Auch die dadurch entstehenden Krankheiten sind auf dem Vormarsch. Wissenschaftler der WHO stellten fest, dass es immer mehr Tote durch die Auswirkung der Luftverschmutzung gibt. (Bild: VanderWolf Images/fotolia.com)
In der heutigen Zeit nimmt die Luftverschmutzung immer weiter zu. Auch die dadurch entstehenden Krankheiten sind auf dem Vormarsch. Wissenschaftler der WHO stellten fest, dass es immer mehr Tote durch die Auswirkung der Luftverschmutzung gibt. (Bild: VanderWolf Images/fotolia.com)

Wir benötigen saubere Luft im Freien, aber auch in unseren Gebäuden
Das neue Luftqualitätsmodell der WHO zeigt, dass die meisten Todesfälle durch Luftverschmutzung insbesondere in Ostasien und dem West-Pazifik-Raum auftreten. Die Luftverschmutzung wirkt sich am stärksten auf die Gesundheit von Frauen, Kindern und älteren Erwachsenen aus, sagt Dr. Flavia Bustreo von der WHO. Für die menschliche Gesundheit sei es wichtig, vom ersten Atemzug bis zum letzten Atemzug saubere Luft zu atmen. Dies gilt für saubere Luft im Freien, aber auch in Räumen von Gebäuden. Denn die Luftverschmutzung im Haushalt gefährdet jeden dritten Menschen.

Zu welchen Erkrankungen kann die Luftverschmutzung führen?
Über 94 Prozent der Todesfälle durch Luftverschmutzung sind mit nicht übertragbaren Krankheiten verbunden. Zu diesen gehören beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Lungenkrebs, erklären die Experten der WHO. Die Belastung durch Luftverschmutzung erhöhe auch das Risiko für akute Infektionen der Atemwege.

Folgen der Luftverschmutzung in Gebäuden
Die Exposition gegenüber der Luftverschmutzung im Freien kostet etwa drei Millionen Menschenleben pro Jahr. Die Experten der WHO weisen jedoch darauf hin, dass sowohl die Luftverschmutzung in Gebäuden als auch im Freien tödliche Folgen haben kann. Nicht nur die Luftverschmutzung im Freien tötet Menschen, auch die Luftverschmutzung in Gebäuden töte pro Jahr tausende Menschen.

Quellen der Luftverschmutzung
Zu den wichtigsten Quellen der Luftverschmutzung gehören beispielsweise ineffiziente Verkehrsträger, Haushaltskraftstoffe, die Abfallverbrennung, Kohlekraftwerke und generell industrielle Aktivitäten, erklären die Wissenschaftler. Eine andere Studie ergab bereits, dass die Luftverschmutzung durch Kohlekraftwerke die Ursache für tausende Tote in Europa ist. Menschliche Aktivitäten sind allerdings nicht die einzige Ursache für die Verunreinigung der Luft, erläutern die Experten der WHO. So könne eine Verschmutzung der Atemluft zum Beispiel auch durch Staubstürme verursacht werden, vor allem in Regionen nahe von Wüsten.

Überwachung der Luftqualität wird immer besser
Das neue Modell ist ein großer Schritt in die Richtung verlässlicher Schätzungen zur großen globalen Belastung durch die Luftverschmutzung und den damit zusammenhängenden Todesfällen. Einer von neun weltweiten Todesfällen wird durch die Verschmutzung unserer Innen- und Außenluft verursacht, sagt Dr. Maria Neira von der WHO. In immer mehr Städten wird die Luftverschmutzung überwacht, Satellitendaten werden immer umfassender und damit verbessern sich auch die gesundheitlichen Schätzungen über die Auswirkung der Luftverschmutzung, fügt die Expertin hinzu.

Woher stammen die Daten über die Luftverschmutzung?
Das neue Luftqualitätsmodell wurde von der WHO in Zusammenarbeit mit der University of Bath in Großbritannien entwickelt. Die eingehenden Daten stammen dabei aus Satellitenmessungen, Lufttransportmodellen und Bodenstationen an mehr als 3.000 Standorten im ländlichen und städtischen Bereich. (as)