Machen Whitening-Zahncremes die Zähne weißer?

Heilpraxisnet

Stiftung Warentest prüft „Whitening“-Zahncremes

26.09.2014

Stiftung Warentest hat 20 „Whitening“-Zahncremes getestet. Das Fazit der Verbraucherschützer: „Viele Zahnpasten, die mit einem Weiß-Effekt werben, entfernen Verfärbungen im Schnitt besser als die Universalzahnpasten aus dem Test 2013. Den Naturfarbton der Zähne aufhellen können sie nicht.“ Denn keines der überprüften Produkte enthält ein Bleichmittel, dass eine Aufhellung der Zähne bewirken könnte. Vielmehr setzen die vermeintlichen „Weißmacher“ auf kleinste Putzkörper, die Verfärbungen beim Zähneputzen abreiben sollen.

„Whitening“-Zahncremes enthalten keine Bleichmittel
„Ein strahlend weißes Lächeln“, wie es in der Werbung versprochen wird, können auch „Whitening“-Zahncremes nicht herbeizaubern. Das ergab eine Untersuchung von Stiftung Warentest. Denn keine der überprüften Zahncremes vermag es, den Naturton der Zähne tatsächlich aufzuhellen. Wer von Natur aus keine weißen Zähne hat, wird diese demnach auch nicht mit teuren Weißmacher-Zahncremes bekommen.

Auch wenn es auf den Produktverpackungen oft irreführend beworben wird, keine der getesteten Zahnpasten enthält tatsächlich Bleichmittel. Bei drei der 20 „Whitening“-Zahncremes, die explizit weißere Zähne versprechen, zogen die Verbraucherschützer zu recht Punkte in der Deklarationsnote ab. Denn das Zahnpasta-Lächeln, das sie versprechen, zaubern sie nicht ins Gesicht. Andere Produkte versprachen nur ein „Whitening“, wobei darauf hingewiesen wird, dass es sich dabei nur das natürliche Zahnweiß handelt.

Insgesamt schnitten die „Whiting“-Zahncremes im Test aber relativ gut ab, da fast alle effektiv gegen Karies vorbeugen und meist auch besser Zahnverfärbungen entfernen als Universalzahnpasten, die Stiftung Warentest im vergangenen Jahr genauer unter die Lupe nahm. Als Testsieger stellen sich die Discounter-Produkte „Eurodont Fresh und White“ von Aldi Nord, „K-Classic Dental Zahnweiß“ von Kaufland und „Dentabella“ von Norma heraus. Die Verbraucherschützer weisen jedoch daraufhin, dass die Zahncremes nicht für empfindliche Zähne geeignet sind.

Verfärbungen auf den Zähnen werden durch Putzkörper in „Whitening“-Zahncremes entfernt
Die Zähne sind von einem sogenannten Pellikel umgeben. Dabei handelt es sich um einen dünnen Film aus Proteinen des Speichels, der sich unmittelbar nach dem Zähneputzen auf die Zahnoberflächen legt. Dieses dünne Häutchen hat verschiedene Schutzfunktionen wie beispielsweise den Schutz vor Abrieb durch Nahrung oder die anderen Zähne beim Kauen sowie vor Säuren. Gleichzeitig können sich aber auch Bakterien an diesen Biofilm anheften, so dass das Pellikel eine Art Unterlage für den Zahnbelag bildet. Trinken wir Tee oder Rotwein sammeln sich auch die Farbstoffe darin. Ähnlich verhält es sich beim Nikotin. Die Folge sind Verfärbungen der Zähne. Sie erscheinen gelblicher und dunkler.

Die Verfärbungen sollten durch eine gute Zahnpasta beseitigt werden, wobei der Abrieb durch die Putzkörper nicht zu stark sein sollte, da anderenfalls der Zahnschmelz angegriffen werden kann. Die Stärke des Abriebs wird von der Anzahl, Größe und Härte der in der Zahncreme enthaltenen Putzkörper beeinflusst. Beim Zähneputzen reiben sie die Verfärbungen im Pellikel ab und lassen die Zähne dadurch heller erscheinen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Aufhellung, sondern lediglich um eine Reinigung. Noch stärker kann dieser Effekt durch eine professionelle Zahnreinigung in der Zahnarztpraxis hervortreten, die jedoch weniger aus optischen Gründen durchgeführt wird. Vielmehr steht dabei die zahnmedizinische Prophylaxe im Vordergrund.

Optimale Zahncreme mit mittlerem Abrieb und gutem Kariesschutz
Studien belegen bisher lediglich für einen Stoff, das sogenannte Blue Coverin, dass er die Zähne tatsächlich heller erscheinen lässt. Während des Zähneputzens wird ein dünner Film um die Zähne gelegt, der die Gelb-Wahrnehmung verringert und die Zähne zeitweise weißer aussehen lässt. Aber auch Blue Coverin hellt die Zähne nicht auf, es handelt sich lediglich um einen optischen Effekt.

Stiftung Warentest rät zu Zahnpasta mit mittlerem Abrieb und gutem Kariesschutz. Die meisten Zahncremes im Test erfüllen diese Kriterien. Ob es tatsächlich eine „Whitening“-Zahncreme sein muss, ist jedoch fraglich, zumal der Preis meistens über dem von Universal-Zahnpasta liegt.