Männer schlucken immer mehr Arzneimittel

Sebastian

Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse: Männer schlucken immer häufiger Pillen, Frauen gehen häufiger zum Arzt

06.07.2011

Frauen kümmern sich aktiv um ihre Gesundheit und gehen beispielsweise häufiger zum Arzt als Männer. Dafür nehmen Männer mehr Medikamente ein und Kinder werden aufgrund des steigenden Bewegungsmangels immer öfter adipös und/oder depressiv. Das alles steht in dem neuen Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse, der soeben vorgestellt wurde.

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Frauen gehen häufiger zum Arzt
Männer und Frauen unterscheiden sich, zu mindestens in der Frequentierung von Arztbesuchen. Während Frauen nämlich häufiger die Hausarztpraxis aufsuchen, greifen Männer lieber in die Hausapotheke und schlucken Symptom-lindernde Pillen. Im Schnitt waren nach Angaben der Techniker Krankenkasse Frauen (TK) im letzten Jahr 2010 im Durchschnitt 13,6 Tage pro Jahr krankheitsbedingt arbeitsunfähig. Männer hingegen waren laut Auswertung nur 11,3 Tage krankgeschrieben. Frauen hüten zu 23 Prozent bei Krankheit mehr das Bett, als Männer. Während Männer durchschnittlich 2,5 Arzttermin pro Jahr vereinbaren, gehen Frauen rund 3,4 mal jährlich zum Fach- oder Hausarzt.

Immer mehr Menschen greifen zu Arzneimitteln
Der Arzneimittelkonsum hat insbesondere bei Männern stark zugenommen. Laut der TK griff jeder Mann im letzten Jahr im Durchschnitt an 184 Tagen zu einem Arzneimittel. Vor zehn Jahren war der Medikamentenkonsum noch im 29 Prozent geringer. In rund der Hälfte der Fälle griffen Männer zu Herz-und Kreislauf-Arzneien wie beispielsweise den Betablockern. Medikamente zu Stoffwechsel-Therapien lagen mit 14 Prozent an zweiter Stelle. Der Anteil der Herz- und Kreislauf- Medikamenten bei Frauen lag bei 22 Prozent, gefolgt von hormonellen Präparaten mit 17 Prozent.

Männer leiden am häufigsten an Rückenschmerzen
Die häufigsten Krankschreibungen erlitten Männer aufgrund von Rückenschmerzen, Erkrankungen der Atemwege und Herz-Kreislauf-Beschwerden wie Bluthochdruck oder Herzinfarkt. Häufigste Auslöser der Symptomatiken und Krankheiten waren nach Angaben der TK-Kasse Rauchen, übermäßiger Stress, ungesunde Ernährung sowie eine zu geringe körperliche Bewegung. Frauen zeigten im Vergleich eine deutliche erhöhtes Aufkommen von psychischen Leiden wie Depressionen, Burn Out, Schizophrenie und Phobien.

Kinder leiden immer häufiger an Übergewicht und motorischen Defiziten
Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Angestellten Krankenkasse DAK leiden Kinder heutzutage immer häufiger an Adipositas. Die Gründe hierfür sind schnell gefunden. In den Schulen fällt immer häufiger der Sportunterricht aus. Kinder und Jugendliche verbringen eine immer höhere Stundenzahl vor dem Fernseher und dem Computer. Nach Angaben der DAK- Experten habe sich hierdurch die Gesundheit der Kinder in den letzten zehn Jahren deutlich verschlechtert. Eine absolute Mehrheit der Kinder- und Jugendärzte (97 Prozent) in Deutschland beklagt eine schlagartige Zunahme von Verhaltensauffälligkeiten wie Depressionen oder ADHS. „Kinder erkranken immer häufiger an psychischen Leiden“. Zudem sind bereits Kinder in der Grundschule stark übergewichtig und litten an aufgrund der einseitigen medialen Förderungen an motorischen Defiziten. (sb)