Männergesundheit: Häufig herzkrank & trinkend

Heilpraxisnet

Robert-Koch-Institut legt Bericht zur Männergesundheit vor

17.12.2014

Männer und Frauen unterscheiden sich in Hinblick auf Gesundheit und Krankheit zum Teil deutlich.
Dies geht aus dem umfassenden Bericht „Gesundheitliche Lage der Männer in Deutschland“ hervor, den das Robert Koch-Institut (RKI) aktuell veröffentlicht hat. Demnach gäbe es nicht nur große Unterschiede bei der Lebenserwartung und der Erkrankungshäufigkeit, sondern beispielsweise auch bei gesundheitsrelevantem Verhalten oder der Wahrnehmung von Krankheitssymptomen.

RKI trägt umfassende Daten und Informationen zur Männergesundheit zusammen
Wie gesund lebt „Mann“? Dieser Frage hat sich aktuell das Robert-Koch-Institut (RKI) angenommen und dafür in Kooperation mit dem Statistischen Bundesamt und Experten aus Wissenschaft und Praxis umfangreiche Daten und Informationen zur Gesundheit von Männern zusammengetragen. Das zentrale Ergebnis: In Hinblick auf Gesundheit und Krankheit unterscheiden sich Männer und Frauen deutlich voneinander. Dies beträfe zum einen die unterschiedliche Lebenserwartung und Erkrankungshäufigkeit, zudem gäbe es dem RKI nach aber auch große Unterschiede zwischen den Geschlechtern was die Wahrnehmung und Kommunikation von Symptomen, gesundheitsbewusstes Verhalten und die Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten angeht.

Frauen werden fünf Jahre älter als Männer
Wie aus dem Bericht des RKI hervorgeht, zeigen sich geschlechtsspezifische Unterschiede bereits bei der mittleren Lebenserwartung, die trotz einer leichten Annäherung in den letzten Jahren, bei Männern nach wie vor geringer sei als bei Frauen. Demnach würden heute geborene Jungen im Mittel 77,7 Jahre alt werden und damit fünf Lebensjahre weniger erreichen als Frauen. Der Anteil der verstorbenen Männer sei dabei in nahezu allen Altersgruppen größer als der der Frauen, so der Bericht weiter. Hier zeige sich allerdings eine Häufung bestimmter Todesursachen, denn während bei den Männern bis 34 Jahren insbesondere Unfälle und Suizid zu den höheren Todesraten führen, sterben die 35 bis 65-jährigen vor allem häufiger als Frauen an der koronaren Herzkrankheitund Lungenkrebs.

Doppelt so viele Männer von Lungenkrebs betroffen
Dementsprechend leiden Männer generell häufiger als Frauen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wobei Koronare Herzkrankheiten und zerebrovaskuläre Krankheiten die häufigsten Krankheitsgruppen darstellen. Diese würden laut dem RKI in erster Linie durch Risikofaktoren wie Rauchen, Adipositas, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen und Bluthochdruckbegünstigt, welche bei den Betroffenen häufig häufig in geballter Form auftreten. Auch bei Krebserkrankungen würden sich laut dem Bericht deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern zeigen: Zwar habe die Anzahl der Neuerkrankungen seit dem Jahr 2000 bei beiden Geschlechtern zugenommen, dennoch würden nach wie vor mehr Männer als Frauen vorzeitig infolge einer Krebserkrankung versterben. Prostata-, Lungen- und Darmkrebs stellen bei Männern die drei häufigsten Neuerkrankungen dar, wobei Lungenkrebs „bei Männern weiterhin mit Abstand die häufigste Krebstodesursache“ ist, so der Bericht weiter. Hier sei Zahl der neuen sowie der Sterbefälle bei Männern schätzungsweise doppelt so hoch wie die der Frauen.

Frauen rauen und trinken weniger
Seltener betroffen sind die Männer hingegen von depressiven Störungen – auffällig sei jedoch, dass die Suizidrate unter diesen dennoch in allen Altersgruppen größer sei als die der Frauen. Deutliche Unterschiede zuungunsten der Männer gibt es hingegen beim Thema „Sucht“: Demnach rauchen Frauen nach wie vor seltener, zudem sind sie auch deutlich weniger von einer Alkoholabhängigkeit betroffen. Nichts desto trotz schätzen Männer ihren Gesundheitszustand subjektiv öfter als „gut“ oder sogar „sehr gut“ ein. Da dies jedoch häufig nicht der Realität entspricht, könne laut dem RKI vermutet werden, dass „Männer eine geringere Symptomaufmerksamkeit gegenüber körperlichen Prozessen haben und körperliche Veränderungen auch später als Frauen thematisieren.“

Ernährungsunterschiede schon im Jugendalter erkennbar
Weitere deutliche Unterschiede zeigen sich beim Thema „Ernährung“, wobei diese laut dem Bericht des RKI bereits im Jugendalter zu tage treten würden. Schon hier würden sich junge Männer demnach „tendenziell ungesünder“ ernähren, indem sie weniger Obst und Gemüse und stattdessen mehr tierische Lebensmittel, Süßwaren, süße Getränken und Fast Food verzehren würden als gleichaltrige Mädchen. Dementsprechend sind auch mehr Männer (zwei Drittel) von Übergewicht betroffen als Frauen, bei denen etwa die Hälfte zu viel Gewicht auf die Waage bringt. (nr)

Bild: Bernd Kasper / pixelio.de