Männer essen doppelt so viel Fleisch wie Frauen

Nina Reese

Deutsche essen zu viel Fleisch und zu wenig Pflanzliches

08.01.2014

Männer essen hierzulande fast doppelt so viel Fleisch pro Woche wie Frauen. Dies geht aus dem 12. Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hervor, der Anfang dieser Woche in Bonn vorgestellt wurde. Demnach verzehren Männer 1092 Gramm Fleisch, Fleischerzeugnisse und Wurstwaren pro Woche, Frauen hingegen nur knapp 600 Gramm. Auch beim Trinkverhalten wurden dem Bericht nach deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern erkennbar – insbesondere bei Limonade und Bier ist der Konsum der Männer um ein Vielfaches höher.

Männer verzehren über ein Kilo Fleisch pro Woche
Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrem Fleischkonsum erheblich. Zu diesem Ergebnis ist nun die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrem 12. Ernährungsbericht gekommen, der am Dienstag in Bonn vorgestellt wurde. Demnach verzehren Männer mit durchschnittlich über einem Kilo (156 Gramm pro Tag) knapp doppelt so viel Fleisch, Fleischerzeugnissen und Wurstwaren pro Woche wie Frauen mit knapp 600 Gramm (84 Gramm pro Tag). Laut der DGE insgesamt viel zu viel – denn damit überschreiten Männer die Empfehlung der Gesellschaft von 300 bis 600 g pro Woche um das Zweifache, Frauen liegen mit den 600 g an der oberen Grenze des Orientierungswertes.

DGE wertet Daten der „Nationalen Verzehrsstudie II“ aus
Für den 12. Ernährungsbericht hatte die DGE den Lebensmittelverzehr von knapp 14000 Männern und Frauen zwischen 14 und 80 Jahren aus den Daten der „Nationalen Verzehrsstudie II“ (NVS II) ausgewertet, welche zwischen Ende 2005 und Anfang 2007 vom Max Rubner-Instituts (MRI) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz erhoben worden waren.

Deutliche Unterschiede auch im Trinkverhalten
Die Auswertung hatte gezeigt, dass auch im Trinkverhalten deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern bestehen: Männer trinken demnach doppelt so viel Limonade wie Frauen und auch mehr Fruchtsäfte und Nektare, wobei dem Bericht nach junge Männer im Alter zwischen 15 und 24 Jahren hier die größten Trinkmengen aufweisen. Auch bei den alkoholischen Getränken liegen die Männer deutlich vorne, indem sie beispielsweise sechs Mal mehr Bier trinken als Frauen. Damit „zeigt sich bei den Frauen insgesamt eine günstigere Lebensmittelauswahl, da Frauen mehr „Obst“ essen und mehr kalorienfreie Getränke wie „Wasser“ sowie „Kräuter- und Früchtetee“ trinken“, so die Nationale Verzehrsstudie.

Zu viel Fleisch, viel zu wenig Fisch
Die Daten der Verzehrsstudie würden dem Max Rubner-Institut nach deutlich machen, dass hierzulande generell zu viel Fleisch und zu wenig pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse und Obst verzehrt würden. Auch bei den Milch und Milcherzeugnissen würden laut der DGE beide Geschlechter den Orientierungswert von 200g bis 250g pro Tag nur zu zwei Dritteln erreichen. Ähnliches gelte für Fisch, denn „die empfohlenen Mengen für Fisch – 80g bis 150g fettarmer Seefisch und 70g fettreicher Seefisch pro Woche – werden von allen deutlich unterschritten.“

Knapp ein Drittel der Befragten greift zu Supplementen
Zu viel würden hingegen insgesamt Nahrungsergänzungsmittel konsumiert: Laut dem Max Rubner-Institut greifen 28 Prozent der Befragten zu so genannten „Supplementen“, wobei diese häufiger von Frauen als von Männern eingenommen (60,2% Frauen und 39,8% Männer) werden und der Konsum im Alter von 65 bis 80 Jahren am höchsten sei, so das Ergebnis der Verzehrsstudie. (nr)

Bild: Katharina Wieland Müller / pixelio.de