Magnesium reduziert Diabetes-Risiko

Fabian Peters

Magnesium reduziert das Diabetes-Risiko: Magnesiummangel eine Ursache für Diabetes?

28.02.2011

Neben ungesunder Ernährungsgewohnheiten und Bewegungsmangel ist Magnesiummangel ein weiterer maßgebender Faktor bei der Entstehung von Diabetes, berichten Kim Dae Jung und Kollegen der Universität von North Carolina (USA) im Fachmagazin „Diabetes Care“.

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Forscher der University of North Carolina haben im Rahmen einer umfassenden Studie die Ergebnisse früherer Untersuchungen bestätigt und Magnesiummangel als einen wesentlichen Risikofaktor für Diabetes identifiziert. Bei Unterversorgung mit Magnesium wirke das Insulin schlechter, wodurch die für Altersdiabetes (Typ 2 Diabetes) typische Insulinresistenz begünstigt werde, so die Aussage von Kim Dae Jung und Kollegen. Außerdem steigen bei niedrigem Magnesiumspiegel tendenziell auch die Entzündungswerte im Blut an, erklärten die US-Wissenschaftler.

Magnesiumkonzentration beeinflusst das Diabetes-Risiko
Im Rahmen ihrer Studie hatten Kim Dae Jung und Kollegen über einen Zeitraum von 20 Jahren die Ernährungsgewohnheiten und Blutwerte bei 4.497 Amerikanern im Alter zwischen 18 und 30 Jahren untersucht. Die US-Forscher stellten fest, dass die Personen mit der niedrigsten Magnesiumzufuhr und Magnesiumkonzentration im Blut während der Studiendauer deutlich häufiger an Diabetes erkrankten als die Studienteilnehmer mit der besten Magnesiumversorgung. Die gut mit Magnesium versorgten Probanden, hatten im Rahmen der Studie angegeben regelmäßig magnesiumreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte zu verzehren oder den Mineralstoff mit Hilfe von zusätzlichen Präparate aufzunehmen. Dadurch ergab sich ein um 47 Prozent geringeres Risiko einer Diabetes-Erkrankung gegenüber den am schlechtesten mit Magnesium ausgestatteten Studienteilnehmern, berichten die Forscher der Universität von North Carolina.

Insulin wirkt schlechter bei Magnesiummangel
Als Ursache für das erhöhte Diabetes-Risiko bei Magnesiummangel vermuten die US-Wissenschaftler einen Zusammenhang zwischen der Wirkung des Insulins und der Magnesiumkonzentration im Blut. Bei unzureichender Magnesiumversorgung wirke das Insulin, welches als Schlüsselhormon beim Zuckerstoffwechsel fungiert, schlechter wodurch sich das Risiko der Insulinresistenz erhöht. Diese ist ihrerseits Ursache der häufig auftretenden Typ 2-Diabetes. Mit den Ergebnissen ihrer Studie bestätigen Kim Dae Jung und Kollegen die Resultate früher Untersuchungen, die ebenfalls feststellten, das Magnesium die Wirksamkeit des Insulins verbessern und ein Magnesiummangel das Auftreten von Diabetes begünstigen kann.

Magnesiummangel erhöht Entzündungswerte im Blut
Darüber hinaus konnten die US-Forscher der Universität von North Carolina zeigen, dass sich durch den niedrigen Magnesiumspiegel auch die Entzündungswerte im Blut erhöhen. So steige mit dem Magnesiummangel nicht nur das Diabetes-Risiko erheblich, sondern durch die erhöhten Entzündungswerte im Blut unterliegen die Betroffenen auch häufiger Gefäßschäden und dem Herzinfarkt, berichten die US-Wissenschaftler. „Das bestätigt, dass ein Magnesiummangel nicht nur (…) Diabetes an sich fördert, sondern auch Folgeerkrankungen der Stoffwechselstörung an Herz und Blutgefäßen“, erklärte die Gesellschaft für Biofaktoren (GfB) anlässlich der aktuellen Studienergebnisse. Um dem Magnesiummangel vorzubeugen empfiehlt die gemeinnützige Organisation der Magnesiumversorgung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Magnesium sei vor allem in Vollkornprodukten, Nüssen und Hülsenfrüchten enthalten und könne gegebenenfalls mit Hilfe von zusätzlichen Präparaten aufgenommen werde, betonten die GfB.

Symptome von Diabetes-Erkrankungen
Eine Typ 2-Diabetes entwickelt sich meist schleichend über Jahre. Am Anfang der Erkrankung stehen häufig unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Schwäche, Sehstörungen und häufigere Infektionen. Setzt eine Unterzuckerung ein, bilden meist Zittern, übermäßiges Schwitzen, innere Unruhe und Nervosität erste spürbare Anzeichen für die Betroffenen. Wer die Symptome bei sich feststellt sollte dringend einen Arzt aufsuchen, der bei einer kurzen Untersuchung den Blutzuckerspiegel überprüft und feststellt, ob eine möglicherweise eine Diabetes-Erkrankung vorliegt. Insbesondere in den Industriestaaten ist die Typ 2-Diabetes relativ weit verbreitet. In Deutschland leiden rund 10 Prozent der Bevölkerung (8 Millionen Menschen) an der sogenannten Altersdiabetes (Typ 2-Diabetes). (fp)