Magnetische Impulse gegen Migräne

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Magnetische Impulse gegen Migräne: US- amerikanische Forscher haben in einer Studie bei 267 Migräne- Probanden die Schmerzen in einem akuten Migräneanfall durch magnetische Impulse nebenwirkungsfrei gelindert.

Etwa 10 Prozent der Menschen in Deutschland leiden unter Migräne. Migräne ist unter Frauen dreimal häufiger verbreitet als unter Männern. Etwa 20 bis 30 Prozent von den Migränebetroffenen haben zusätzlich zu den Kopfschmerzen eine Aura- Symptomatik.

Die an der Studie teilnehmenden Migräne- Patienten klagten zusätzlich über das Phänomen der Aura. Dies ist ein Zustand, der meist dem eigentlichen Kopfschmerz voran geht und durch Tunnelblick, Lichtempfindlichkeit und Lichtflecken an den Augen, Kribbeln in den Extremitäten (Armen und Beinen), Übelkeit und Sprechbehinderung gekennzeichnet ist.

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In der Studie, die im Fachjournal „The Lancet Neurology“ veröffentlicht wurde, setzten die Wissenschaftler um Professor Dr. Richard B. Lipton vom Albert Einstein College of Medicine aus New York, in 18 Zentren in den USA die sogenannte Transkranielle Magnetstimulation (TMS) ein. Sie gaben den Probanden mit einem Magnetstimulationsgerät starke einzelne Impulse auf das Gehirn- die TMS- Methode wird schon im Kampf gegen Tinnitus, Morbus Parkinson und Depressionen getestet. Eine Kontrollgruppe bekam ein Placebo.

Im Ergebnis war in der Gruppe, die die Magnetstimulation bekam, bei 39 Prozent der Kopfschmerz deutlich besser. Die Kontrollgruppe wies aber auch eine recht hohe positive Bilanz von 22 Prozent aus. Je eher die Behandlung einsetzte, desto erfolgreicher war sie.

Bisher waren Migräne- Patienten auf Hilfe in Form von Tabletten angewiesen. Wenn freiverkäufliche Schmerz- und Entzündungshemmende Mittel nicht helfen, so sind Triptane meist das Mittel der Wahl. Dies sind Mittel, die die Blutgefässe im Hirn verengen und die Schmerz- und Entzündungsreaktion drosseln. Nebenwirkungen können ein kurzfristiger Blutdruckanstieg, Herzrhythmusstörungen, Durchblutungsstörungen, Beklemmungsgefühle und Schmerzen in der Skelettmuskulatur sein. Auch wenn die meisten dieser Symptome sehr selten auftreten sollen, so stellt die TMS hier eine noch nebenwirkungsärmere Methode dar. So könnte sich eine echte Alternative zu den bisherigen Behandlungsformen entwickeln. Dafür müssten die Forscher das bisher noch recht große Magnetstimulationsgerät, auf eine kleine Transportgröße für unterwegs anfertigen lassen. Desweiteren soll nun in weiteren klinischen Tests geklärt werden, ob eine größere oder stärkere Anzahl von Impulsen den Effekt vergrößert. Angenommen wird, dass die Magnetimpulse elektrische Ströme im menschlichen Gehirn beeinflussen, die mit der Migräne im Zusammenhang stehen. (Thorsten Fischer, Heilpraktiker Osteopathie, 04.03.2010)