Mais mit Schimmelgift ins Emsland geliefert

Fabian Peters

Betriebe im Emsland mit verunreinigtem Futtermais beliefert

25.03.2013

Warnung vor Schimmelgift im Futtermais. Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat am Montag darüber informiert, dass ein niederländischer „Futtermittelbetrieb eine mit dem Schimmelgift Aflatoxin belastete Maispartie an einen Mischfuttermittelhersteller im Landkreis Emsland“ geliefert hat. Die niedersächsischen Behörden seien hierüber durch eine entsprechende Schnellwarnung aus den Niederlanden am Freitagabend informiert worden.

Der mit dem Schimmelgift verunreinigte Mais stammt laut Angaben des niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus „Bulgarien, Rumänien, Polen und Serbien und wurde über Rumänien zunächst nach Rotterdam verbracht.“ Dem aktuellen Ermittlungsstand zufolge wurden vier Milchviehhalter im Landkreis Emsland von dem Mischfuttermittelhersteller, der den Mais abgenommen hatte, mit möglicherweise belastetem Futter beliefert. Sollte tatsächlich Aflatoxin-haltiger Mais an die Kühe verfüttert worden sein, so besteht die Gefahr, dass sich entsprechende Rückstände in der Milch wiederfinden, die schlimmstenfalls auch für die Verbraucher gefährlich werden können. Daher wurden auf den vier Betrieben im Emsland umgehend Milchproben genommen und die Verarbeitung der hier erzeugten Milch blieb untersagt, so lange die Ergebnisse der Untersuchungen nicht vorlagen. Aktuell hat der Landkreis Emsland hier jedoch Entwarnung gegeben.

Schimmelgift im Mais kein unbekanntes Problem
Das Problem der Schimmelgift belasteten Maislieferungen aus Balkanländern ist für die Behörden durchaus keine überraschende Neuerscheinung. So hat das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in seiner aktuellen Pressemitteilung auch auf die erlassene „futtermittelrechtliche Allgemeinverfügung zum Schutz gegen Gefahren durch Aflatoxin B1 in Futtermitteln aus im Jahr 2012 in den Ländern Bulgarien, Rumänien und Polen geerntetem Mais“ verwiesen. Mit Futtermais aus Bulgarien, Polen, Rumänien und Serben haben vielen Futtermittelhersteller die Engpässe im Jahr 2012 überbrückt. Dies führte auch zu dem kürzlich aufgedeckten Skandal, um verunreinigten Mais aus Serbien, der offensichtlich an tausende Betriebe in Deutschland geliefert wurde. Rund 35.000 Tonnen des belasteten Mais stellten die Behörden im niedersächsischen Brake und in Bremen sicher, doch circa 10.000 Tonnen waren bereits an die Betriebe ausgeliefert. In Serbien hatten die Behörden Ende Februar die Milchprodukte mehrerer Hersteller aus dem Verkehr gezogen, da eine erhöhte Konzentration der Aflatoxin-Rückständen nachgewiesen wurde. (fp)

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