Malaria-Erreger breitet sich weiter aus

Heilpraxisnet

Gefährlicher Malaria-Erreger breitet sich weiter aus

04.11.2014

Ein gefährlicher Malaria-Erreger, der bislang nur Affen befiel, breitet sich nun im südostasiatischen Malaysia auch unter Menschen aus. In den Krankenhäusern der Region werden immer mehr Fälle registriert. Malaysia ist auch bei Deutschen ein beliebtes Ferienziel.

Erreger grassierte lange nur unter Affen
Im südostasiatischen Malaysia macht sich ein gefährlicher Malaria-Erreger breit, der lange Zeit nur unter Affen grassierte. Wie Forscher bei der Tagung der US-Gesellschaft für Tropenmedizin und Hygiene in New Orleans einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge berichteten, seien zwei Drittel der Patienten, die in dem tropischen Land wegen Malaria im Krankenhaus behandelt werden, mit dem Erreger Plasmodium knowlesi infiziert. Dort sei der Parasit dreimal so häufig Auslöser besonders schlimmer Malaria wie der gefährlichste bekannte und bei Menschen auftretende Malaria-Erreger P. Falciparum.

Abholzungen verantwortlich für Verbreitung
Von den Forschern um Balbir Singh, Direktor des Malariaforschungszentrums an der Universität von Malaysia in Sarawak werden die Abholzungen dafür verantwortlich gemacht. Die Makakenarten Javaneraffe und Schweinsaffe, die früher tief im Dschungel lebten, seien die Hauptwirte. Menschen sind mittlerweile mit der massiven Entwaldung, beispielsweise zur Anlage von Palmölplantagen, in ihren Lebensraum vorgedrungen und somit können die Mücken, die die Malaria-Erreger übertragen, nun dort in Reichweite sowohl Makaken als auch Menschen stechen.

Malaria ist lebensgefährlich
Obwohl der Parasit bei Makaken nur milde Symptome verursacht, sei er Singh zufolge bei Menschen der sich am schnellsten im Blut vermehrende Malaria-Parasit. In Malaysia brauchten jährlich 2.000 Menschen nach einer P. knowlesi-Infektion ärztliche Hilfe. Malaria verursacht grippeähnliche Symptome mit schweren Fieberschüben, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Gelenkschmerzen und kann die Organe schädigen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert Malaria jedes Jahr weltweit mehr als 600.000 Todesopfer.

Urlauber sollten sich schützen
Laut Singh wurden die Patienten in Malaysia von Mücken gestochen, die vorher einen infizierten Makaken gestochen hatten. „Wenn die Zahl der Fälle weiter steigt, wird aber auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch möglich“, so seine Warnung. Dann könnten Mücken die Parasiten mit ihren Stichen von einem Menschen zu einem anderen übertragen. „Es könnte sogar schon passiert sein, was die Ausbreitung von P. knowlesi in Südostasien beschleunigen würde.“ Allerdings sei eine Ausbreitung über die Region hinaus unwahrscheinlich, da es dort keine Mücken gebe, die den Parasiten übertragen können. Weil aber Malaysia ein – auch bei Deutschen – beliebtes Reiseland ist, sollten sich Urlauber schützen. Ein wirksamer Schutz vor Malaria ist, sich Mücken vom Leib zu halten. Dafür bieten sich sogenannte Repellents an, die auf die Haut oder auch die Kleidung aufgetragen werden. Zudem sind in tropischen Ländern Moskitonetze grundsätzlich empfehlenswert. (ad)

Bild: Cornelia Menichelli / pixelio.de