Malaria in Südostasien: Resistente Erreger

Heilpraxisnet

Forscher warnen vor resistenten Malaria-Erregern in Südostasien

21.02.2015

In Südostasien ist ein Malaria-Erreger auf dem Vormarsch, der gegen das Standardmedikament Artemisinin resistent ist. Derzeit sind vor allem Kambodscha, Thailand und Vietnam betroffen. Forscher um Charles Woodrow von der Mahidol-Oxford Tropical Medicine Research Unit (MORU) befürchten, dass sich der Erreger über Myanmar auch nach Indien ausbreitet, was die weltweite Kontrolle von Malaria in eine ernste Gefahr bringen könnte, wie sie im Fachmagazin „The Lancet Infectious Diseases“ berichten.

Resistenter Malaria-Erreger könnte sich in Indien ausbreiten
„Myanmar gilt als die Front im Kampf gegen die Artemisinin-Resistenz, da es als Einfallstor für die Resistenz fungiert, die sich von dort aus über den Rest der Welt verbreiten kann", wird Woodrow, Hauptautor der Studie, in einer Mitteilung des WorldWide Antimalarial Resistance Network (WWARN) in Großbritannien zitiert. „Je mehr wir über die aktuelle Situation in den Grenzregionen wissen, desto besser sind wir vorbereitet, um Strategien gegen die Ausbreitung von weiteren Medikamentenresistenz zu adaptieren und implementieren."

Der Malaria-Erreger Plasmodium sei mittlerweile bis zur indischen Grenze vorgedrungen. Eine Ausbreitung in Indien wäre den Forschern zufolge eine große Gefahr für die weltweite Kontrolle von Malaria. Im Rahmen ihrer Untersuchungen hatten sie 2013 und 2014 Blutproben von 940 Malaria-Patienten aus Malaria-Zentren in Myanmar und den Grenzregionen in Thailand und Bangladesch genommen. Bei 39 Prozent der Patienten wurden Mutationen entdeckt, die für die Resistenz verantwortlich sind. Die Daten legten nahe, dass sich der gegen Artemisinin resistente Erreger immer weiter nach Westen ausbreite, schreiben die Forscher im Fachmagazin.

Einer anderen Gruppe von Forschern war es im vergangenen Jahr gelungen, einen molekularen Marker für die Artemisinin-Resistenz auszumachen. Erst dadurch lassen sich konkrete Aussagen zur Verbreitung der Resistenz treffen. „Die Identifizierung des K13-Markers für die Resistenz hat unsere Möglichkeiten, die Ausbreitung und die Entstehung der Artemisinin-Resistenz zu überwachen, deutlich verändert", so Philippe Guérin, Leiter des WWARN und Co-Autor der Studie. „Diese Studie zeigt jedoch, dass das Tempo, mit dem sich die Artemisinin-Resistenz verbreitet, alarmierend ist. Wir brauchen dynamischere internationale Anstrengungen, um dieses Problem in den Grenzregionen anzugehen."

Bisher keine Artemisinin-resistenten Malaria-Erreger in Afrika
Während die Artemisinin-Resistenz in Südostasien um sich greift, wurde der Marker bei Malaria-Patienten in afrikanischen Ländern bisher nicht festgestellt. Es wird jedoch vermutet, dass der resistente Erreger in Südamerika verbreitet ist. Ein Nachweis darüber fehlt jedoch bislang.

In der Vergangenheit sind bereits mehrfach Resistenzen gegen Malaria-Medikamente aufgetreten. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät dazu, Malaria-Patienten nicht mehr nur mit Artemisinin zu behandeln, sondern Kombinationspräparate einzusetzen. Angaben der Organisation zufolge erkrankten 2013 weltweit etwa 198 Millionen Menschen an Malaria, von denen 584.000 starben. Rund 90 Prozent der Malaria-Todesfälle betreffen Menschen in afrikanischen Länder. Die Tropenkrankheit wird durch Parasiten ausgelöst, die durch Stechmücken übertragen werden. (ag)

Bild: Aka / pixelio.de