Mangelernährung verursacht Milliardenkosten

Sebastian

Eine mangelnde Ernährung verursacht im Gesundheitssystem Milliardenkosten.

(21.06.2010) Viele Menschen in Deutschland sind mangelernährt und das verursacht Kosten in Milliardenhöhe im Gesundheitssystem. Auf diesen Aspekt weist die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) auf dem Kongresses "Ernährung 2010" hin.

Mangelernährung in einem der reichsten Länder dieser Erde, das dürfte eigentlich nicht sein. Doch die Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin verweist auf die immer höheren Kosten im Gesundheitssystem, weil immer mehr Menschen, vor allem ältere Menschen, mangelhaft ernährt sind. Kein Wunder, eine Flut von billigen Fertiggerichten und Fastfood führt unweigerlich zur Mangelernährung. Werden die Betroffenen chronisch krank, potenziert sich dieser Faktor noch einmal.

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Den größten Anteil dieser Kosten müssen laut DGEM die Krankenhäuser mit rund fünf Milliarden Euro stemmen. Denn nach Angaben der Experten, ist fast jeder dritte bis vierte Patient mangelhaft ernährt. Weitere Kosten entstehen in der Pflege mit rund 2,6 Milliarden Euro sowie in der ambulanten Pflege mit 1,3 Milliarden Euro pro Jahr.

Als Ursache für die gestiegenen Kosten erklärt die DGEM ein höheres Alter der Patienten, die unter Krebs und Mehrfacherkrankungen leiden. Das sind "die Hauptfaktoren für eine Mangelernährung", so Arved Weimann von der DGEM. Die Mangelernährung führe zu einem längeren Genesungsverlauf und damit zu längeren Krankenhausaufenthalten. Risikogruppen seien geriatrische Patienten, Menschen mit bösartigen Tumoren und Patienten mit schweren chronischen Erkrankungen, insbesondere vor Organtransplantation. "Mit jährlich rund neun Milliarden Euro zusätzlichen Kosten für das deutsche Gesundheitssystem sind die Aufwendungen bereits ohne Betrachtung indirekter volkswirtschaftlicher und privater Kosten beachtlich“, erklärte Weimann.

Die Zeiten werden sich nicht bessern. Die Kosten könnten bis 2020 noch einmal rasant ansteigen. Mit einem Anstieg von rund 25 Prozent auf etwa 11 Milliarden Euro rechnet die DGEM. Aus diesem Grund fordert die Fachgesellschaft ein zielgerichtetes Ernährungsmanagement. Eine Ernährungstherapie die rechtzeitig angewendet wird, könnte das Gesundheitswesen in vielen Fällen entlassen und die Lebensqualität der Patienten steigern. (sb)