Mangos mit ätzendem Desinfektionsmittel verseucht

Fabian Peters

Mangos mit ätzendem Permanganat-Desinfektionsmittel belastet

18.05.2011

Mangos mit ätzendem Desinfektionsmittel überzogen. In den Filialen der Supermarktkette Kaufland in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen wurden Mangos entdeckt, die mit dem Desinfektionsmittel Permanganat verseucht waren. Die Früchte wurden vorsorglich aus dem Handel genommen.

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Der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen Sachsen (LUA) zufolge wurden die Mangos vermutlich bereits im Herkunftsland mit der ätzenden bräunlich-violette Substanz verseucht. In einen Leipziger Supermarkt wurde die Belastung jedoch erst bemerkt, nachdem sich eine Verkäuferin beim Reinigen der Mangos die Hände verätzt hatte, berichtet die größte sächsische Zeitung, die „Freie Presse“.

Verätzungen durch den Kontakt mit Mangos
Die mit der bräunlich-violetten Substanz überzogenen Früchte wurden den Angaben der Landesuntersuchungsanstalt zufolge bereits letzte Woche in Kaufland-Filialen in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt entdeckt. Nachdem klar war, dass eine erhebliche Permanganat-Belastung vorlag, wurden die Früchte vorsorglich aus dem Handel genommen, um mögliche gesundheitliche Risiken für die Verbraucher zu vermeiden. Zwar gilt zum Beispiel das häufig als Desinfektionsmittel eingesetzte Kaliumpermanganat nur in geringen Maße als toxische, doch die Reizwirkung bei Kontakt mit lebendem Gewebe, kann zu schweren Verätzungen führen. Daher sollte der Hautkontakt möglichst gemieden und eine Orale-Aufnahme dringend verhindert werden, warnen die Experten. Auch Frank Stephan vom Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt der Stadt Leipzig wies darauf hin, dass Permanganat „bei sehr hoher Konzentration und großer Expositionsmenge lokale Reizungen oder Verätzungen verursachen“ kann.

Früchte bereits im Herkunftsland mit Permanganat verseucht
Neben den Verätzungen der Verkäuferin durch die Permanganat belasteten Mangos, sind den Angaben der Polizei zufolge keine weitere gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Kunden oder Verkaufspersonal bekannt. Kundenreklamationen gab es bisher keine, berichten die Behörden. Wie die Verseuchung der Mangos verursacht wurde ist bisher nicht abschließend geklärt. „Vermutlich erfolgte die oberflächliche Kontamination der Mango bereits im Herkunftsland“, erklärte Frank Stephan vom Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt der Stadt Leipzig. Demnach wurden die Mangos wahrscheinlich in Nicaragua mit dem als Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung von Pilzen und Bakterien verwendeten Permanganat verseucht. Normalerweise dienen Permanganate meist als Desinfektionsmittel und zur Reinigung von organischen Flüssigkeiten. Auch beim Reinigen der Abluft und der Abwässer in der Pharma- und Chemie-Industrie werden Permanganate verwendet.

Verseuchte Mangos wurden umgehend aus dem Verkauf genommen
Die Permanganat-Belastung der Mangos in der Leipziger Kaufland-Filiale war den Angaben der Stadt Leipzig zufolge für die Gesundheit der Konsumente eher unbedenklich. Zwar erlitt die Verkäuferin beim Reinigen leichte Verätzungen an den Händen, doch die Konzentration auf den Mangos lasse keine weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen befürchten. Außerdem sind die Mangos nur äußerlich verseucht, so dass eine Orale-Aufnahme, bei der erheblichere gesundheitliche Folgen drohen würden, eher unwahrscheinlich ist. Trotzdem hat Kaufland umgehend reagiert und alle belasteten Mangos in den Filialen Thüringens, Sachsens und Sachsen-Anhalts aus dem Verkauf genommen. (fp)

Bild: Joujou / pixelio.de