Marihuana schadet den Spermien

Heilpraxisnet

Marihuana schadet den Spermien

17.06.2014

Vieles geriet schon in Verdacht, negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit von Männern zu haben: Alkohol, enge Unterhosen, Übergewicht. Eine britische Studie zeigt jetzt jedoch, dass sich diese Faktoren kaum auf die Spermien auswirken. Marihuana hingegen sehr wohl.

Konsum von Marihuana kann Spermien verändern
Laut einer britischen Studie kann Marihuana Form und Größe menschlicher Spermien verändern und sich so auf die Fruchtbarkeit auswirken. Dies schreiben die Forscher der Universitäten in Sheffield und Manchester im Fachjournal „Human Reproduction“. Im Rahmen der Studie untersuchte das Forscherteam, wie sich unterschiedliche Lebensstile auf die männlichen Keimzellen auswirken. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass sich Faktoren wie Alkohol, Rauchen, verschiedene Unterhosen oder das Gewicht kaum bemerkbar machten, der Konsum von Marihuana hingegen schon. Allerdings könnten diese Gewohnheiten einen anderen negativen Effekt auf die Spermien haben, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Universitäten.

Probanden hatten lange versucht ein Kind zu zeugen
Die Wissenschaftler suchten ihre Probanden in 14 Fortpflanzungskliniken in ganz Großbritannien. Insgesamt untersuchten sie das Ejakulat von 1.970 Männern. Wie es in einer Mitteilung der Hochschulen heißt, waren bei 318 von ihnen weniger als vier Prozent der Spermien normal. Demnach waren die Zellen zu klein oder hatten eine veränderte Form. Weitere 1.652 Männer bildeten die Kontrollgruppe. Alle Probanden waren mindestens 18 Jahre alt und sollten seit mindestens zwölf Monaten vergeblich versucht haben, ein Kind zu zeugen. Zudem wussten sie vorher nicht, wie es um ihr Sperma steht. Per Fragebogen wurden die Teilnehmer von den Forschern um Dr. Allan Pacey nach unterschiedlichen Verhaltensweisen, Eigenschaften, der medizinischen Vorgeschichte und dem Drogenkonsum befragt.

Auffälligkeiten bei Sperma-Proben nach Cannabis-Konsum
Die Experten entdeckten dabei zwei „Risikofaktoren“. So zeigten zum einen die im Sommer (von Juni bis August) abgegebenen Sperma-Proben häufiger Auffälligkeiten. Und zum anderen hatten aus der Gruppe mit abnormen Spermien doppelt so viele Männer in den drei Monaten vor der Untersuchung Cannabis konsumiert wie in der anderen Gruppe. Vor allem ließ sich dieser Unterschied bei Männern unter 30 Jahren erkennen. Dies möglicherweise auch deshalb, da die Älteren so wenig kifften, dass für sie keine exakten Ergebnisse ermittelt wurden. Die Sperma-Qualität verbesserte sich hingegen, wenn die Männer mindestens sechs Tage vor der Sperma-Probe keinen Geschlechtsverkehr hatten. „Wir wissen sehr wenig über Faktoren, die Größe und Form der Spermien beeinflussen“, so Pacey von der Universität Sheffield in der Mitteilung. „Wenn Männer die Diagnose bekommen, dass ihre Spermien eine schlechte Form haben, müssen sie überlegen, was das verursachen könnte.“

Künftige Familienväter sollten lieber nicht kiffen
Daher sei es beruhigend, dass sie in ihrer Studie so wenige riskante Einflussfaktoren gefunden hätten, so der Hauptautor der Studie, Pacey. Es sei aber nicht ganz sicher geklärt, welchen Einfluss Spermienform und -größe auf die Fruchtbarkeit des Mannes haben. Eine frühere Studie desselben Teams hatte jedoch gezeigt, dass nur Samen mit einer guten Form erfolgreich durch den Körper der Frau bis zur Eizelle schwimmen können. Außerdem hätten Untersuchungen ergeben, dass deformierte Spermien nicht so effizient schwimmen könnten. Die Forscher raten daher jungen Männern, lieber nicht zu kiffen, wenn sie irgendwann eine Familie gründen wollen. (ad)

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