Masern ausgebrochen: Behörden empfehlen Impfung

Sebastian

Masern ausgebrochen: Gesundheitsbehörden empfehlen jungen Erwachsenen eine Impfung

06.01.2011

Erstmals seit 25 Jahren sind in Lübeck die Masern ausgebrochen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden haben sich bereits vier Menschen mit Masern Viren infiziert. Das Gesundheitsamt der Stadt Lübeck appelliert die Bevölkerung, ihren Impfschutz zu prüfen.

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Besonders Menschen unter 40 Lebensjahren (Geburtstag nach 1970) rät das Gesundheitsamt beim Hausarzt den Impfschutz zu überprüfen und gegeben falls aufzufrischen. Fehlende Schutzimpfungen sollten "umgehend beim Haus- oder Kinderarzt" durchgeführt werden, so die Empfehlung das Gesundheitsamtes.

Ist eine weitere Ausbreitung zu befürchten? "Im Moment hoffe ich, dass wir es im Griff haben", bestätigt der Leiter des Lübecker Gesundheitsamtes, Dr. Michael Hamschmidt, gegenüber der "Ärzte Zeitung". Die einzige Sorge sei nur, dass ein Infizierter nicht mehr alle Kontakte nachvollziehen kann. Denn Menschen, die mit Erkrankten in Kontakt kamen, könnten sich unter Umständen ebenfalls angesteckt haben.

Da am Montag in Schleswig-Holstein die Schule wieder begann, besteht die Gefahr einer weiteren Ausbreitung der Erkrankung. Die Masern-Impf-Rate bei den neu eingeschulten Kindern beträgt 85 Prozent nach zweimaliger Impfung. Eine einmalige Impfung unternahmen nahezu 95 Prozent. Eine einmalige Schutzimpfung weisen zumeist diejenigen auf, die zwischen 1970 und 1990 geboren wurden. Laut des Lübecker Gesundheitsamtes besteht bei der Personengruppe nur ein 60 prozentiger Impfschutz gegen Masern. Die Einwohner der Stadt Lübeck wurden mittlerweile mittels Medienberichten informiert.

In einem Rundschreiben haben die Lübecker Gesundheitsbehörden die Kinder- sowie Hausärzte, Internisten und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte informiert. Darin beschreibt das Gesundheitsamt auftretene Symptome und verweist auf den Beginn der Masern mit einem eher unspezifischen katarrhalischen Stadium. Das Beschwerdebild äußert sich mit Fieber, Entzündung der Bindehaut, Schnupfen, Husten und einem akuten Ausschlag am Gaumen. "Diese Symptomatik imponiert daher unter Umständen wie ein akuter Atemwegsinfekt und ist anfänglich von banalen respiratorischen Infekten oder von Influenza, die momentan auch gehäuft auftreten, klinisch schwer abzugrenzen", heißt es in dem Rundschreiben an die Mediziner. Die Gesundheitsbehörden raten deshalb Ärzten, bei vorliegenden Symptomen, insbesondere bei jungen Erwachsenen Masern als mögliche Erkrankung mit einzubeziehen und eine entsprechende Diagnostik durchzuführen.

Impfung empfohlen
Besonders Erwachsenen, die bislang nicht an Masern erkrankt waren, wird eine Impfung von Seiten des Robert-Koch-Instituts empfohlen. Insbesondere sollten sich Bürger impfen, die von Berufswegen viel mit Menschen in einen intensiven Kontakt treten. Schwangere Frauen sollten sich hingegen nicht impfen lassen. Ist man bereits mit Infizierten in Kontakt gekommen, kann eine nachträgliche Impfung innerhalb von drei Tagen den Ausbruch von Masern noch verhindern.

Masern sind sehr ansteckend. Die Ansteckung erfolgt durch eine Tröpfcheninfektion die durch Husten, Sprechen, Küssen oder Niesen übertragen wird. Die Inkubationszeit beträgt zwei Wochen. Danach erfolgt hohes Fieber, Schnupfen und eine Bindehautentzündung. Nach weiteren fünf Tagen kommt der bekannte Hautausschlag hinzu. Während des Krankheitsverlaufs wird vor allem absolute Bettruhe verordnet. Antivirale Medikamente stehen nicht zur Verfügung. Lediglich zur Minderung der Beschwerden werden beispielsweise lindernde Arzneimittel verabreicht. (sb)