Masern-Impfung kann vor Gehirnentzündung schützen

Alfred Domke

Masern-Impfung schützt auch vor neurologischen Erkrankungen

Masern werden von manchen Menschen noch immer als harmlose Kinderkrankheit abgetan, doch sie befällt auch Erwachsene. Problematisch ist zudem, dass die gefährliche Infektionskrankheit nicht immer problemlos ausheilt und zu neurologischen Erkrankungen führen kann. Gesundheitsexperten zufolge kann die Masern-Impfung vor neurologischen Komplikationen schützen.


Hochansteckende Krankheit

Masern sind hochansteckend. Übertragen wird die Krankheit per Tröpfchen-Infektion. Sie beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie hohem Fieber, Husten und Schnupfen. Später folgt der charakteristische Hautausschlag. Ganz allgemein schwächen Masern das Immunsystem. Als Folge davon kann es unter anderem zu Bronchitis, Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung kommen. In seltenen Fällen kann die Infektion tödlich enden. Gefährlich ist die Krankheit vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern. Gesundheitsexperten weisen nun darauf hin, dass eine Infektion auch schwere Schäden im Nervensystem nach sich ziehen kann. Eine Impfung könnte hier Schutz bieten.

Laut Gesundheitsexperten kann die Masern-Impfung auch vor bestimmten neurologischen Erkrankungen schützen, die teilweise tödlich verlaufen können. (Bild: Stockfotos-MG/fotolia.com)

Komplikationen einer Maserninfektion

Eine Maserninfektion heilt nicht immer problemlos aus: bei zehn bis 20 Prozent der Patienten kommt es zu einer problematischen Entwicklung. Zu den möglichen Komplikationen zählen schwerwiegende bakterielle Infektionen sowie Nervenerkrankungen.

Darauf weist der Berufsverband der Neurologen (BDN) auf dem Portal „Neurologen und Psychiater im Netz“ hin.

„Eine Maserninfektion kann sich im zentralen Nervensystem manifestieren und dort verschiedene Erkrankungen hervorrufen. Dadurch drohen neurologische Schädigungen aber unter Umständen auch tödliche Verläufe“, erklärt Dr. Curt Beil vom BDN.

Tödliche Folgen

Eine gefürchtete Komplikation ist die sogenannte akute disseminierte Enzephalitis (ADEM), eine Form der Gehirnentzündung. Diese ist zwar äußerst selten, aber sehr gefährlich.

„Die Erkrankung führt bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen zum Tod und bei bis zu 30 Prozent muss mit Hörverlust oder bleibenden neurologischen Schäden gerechnet werden“, so Dr. Beil.

Zu den weiteren neurologischen Komplikationen zählen laut den Medizinern die seltene subakut auftretende Maserneinschlusskörperchen-Enzephalitis (MIBE) sowie eine subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die das Gehirn allmählich zerstört.

Experten rufen zur Impfung auf

Der BDN weist darauf hin, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) gegen Masern immunisiert sein sollten.

Die Impfung wird in der Regel mit einem kombinierten Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfstoff verabreicht.

Im Zusammenhang mit der Infektionskrankheit wird immer wieder über eine mögliche Masern-Impfpflicht in Deutschland diskutiert. In Italien wurde eine solche vor wenigen Monaten per Gesetzesbeschluss eingeführt.

Von einer Mehrheit der Deutschen würde die Impfpflicht begrüßt werden, zahlreiche Experten sind jedoch dagegen. Sie setzen eher auf Aufklärung statt Impfpflicht. (ad)