Masern-Impfung oft zu spät

Alfred Domke

Kassenärztliche Vereinigung: Viele Masern-Impfungen erfolgen erst verspätet

20.07.2013

Vor wenigen Tagen gaben Wissenschaftler der kassenärztlichen Vereinigung bekannt, dass nur etwa jedes dritte Kind in Deutschland ausreichend vor Masern geschützt ist. Es besteht das Risiko von Spätfolgen.

Jedes dritte Kind ohne ausreichenden Schutz
In Deutschland wird nur etwa jedes dritte Kind rechtzeitig und ausreichend gegen Masern geimpft. Dies gaben Wissenschaftler der kassenärztlichen Vereinigung vor wenigen Tagen bekannt. Demnach erhielten von den 55.000 untersuchten Kindern nur 37 Prozent die zwei Masern-Impfungen vor dem zweiten Geburtstag, wie von der Ständigen Impfkommission empfohlen.

Pro und Contra Impfpflicht
Die Veröffentlichung dürfte die Debatte um eine Impfpflicht weiter anheizen. Bundesgesundheitsminister Bahr hatte eine solche ins Gespräch gebracht, als sich die Zahl von Masernerkrankungen in Deutschland seit Beginn des Jahres erhöht hatte. Seitdem wird verstärkt über Pro und Contra einer Pflichtimpfung diskutiert.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts „YouGov“ erklärten viele Eltern den mangelnden Masern-Impfschutz mit der Begründung: „Gilt für mich als Kinderkrankheit, die man durchmachen kann und muss.“

Risiko von tödlichen Spätfolgen
Laut den Daten der Kassenärztlichen Vereinigung waren die Impfquoten in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin und Bremen am schlechtesten. In den letzten Wochen hatte es in Bayern und in Berlin größere Masern-Ausbrüche mit insgesamt 900 Betroffenen gegeben. Vor wenigen Tagen wurde auch erneut vor dem Risiko für tödliche Spätfolgen gewarnt.

So haben Wissenschaftler der Universität Würzburg und des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) herausgefunden, dass das Risiko von tödlichen Spätfolgen einer Masern-Infektion deutlich höher ist als bisher angenommen. Vor allem unter einjährige Kinder seien gefährdet, da sie noch zu jung für eine Impfung seien. (ad)

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