Masern: Lage in Bayern undramatisch

Heilpraxisnet

Masern: Lage in Bayern trotz neuer Infektionen noch undramatisch

01.04.2015

In Bayern sind zwar seit Jahresbeginn deutlich mehr Masern-Infektionen als im selben Zeitraum des Vorjahres gemeldet werden, doch noch ist die Lage im Freistaat undramatisch. Bundesweit ist die Zahl der Masern-Fälle ansteigend.

Lage ist noch undramatisch
Nach Behörden-Einschätzung ist die Lage trotz immer neuer Masern-Infektionen in Bayern derzeit noch undramatisch. Einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa zufolge berichtete eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen, dass den Gesundheitsämtern seit Jahresanfang 75 Maserninfektionen gemeldet worden seien. Dies seien 35 mehr als noch zum vergleichbaren Zeitpunkt des Vorjahres. Letzte Woche seien drei neue Fälle dazu gekommen und in der Woche zuvor seien es zwei gewesen.

Schwere Masernwelle in Berlin
Bayern sei zwar damit noch weit von Berliner Verhältnissen entfernt. „Aber jeder Fall ist problematisch. Das sind Erkrankungen, die bei rechtzeitiger Impfung nicht sein müssten“, so die Sprecherin. Die Hauptstadt hält seit Monaten eine Masernwelle im Griff. Bereits 850 Menschen sind dort seit Oktober an Masern erkrankt, unter ihnen auch viele Erwachsene. Pro Tag würden in Berlin 15 Neuerkrankungen gemeldet. Auch aus Thüringen und Sachsen war zuletzt über eine Zunahme der Masernfälle berichtet worden.

Masern nicht als harmlose Kinderkrankheit abtun
Das LGL warnt unterdessen auf seiner Webseite davor, Masern als harmlose Kinderkrankheit abzutun. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene könnten bei einer Infektion mit dem Virus schwer erkranken. Obwohl seit 40 Jahren ein sicherer Impfstoff zur Verfügung stehe, seien Masern weltweit noch immer eine der führenden Todesursachen bei Kindern. Die Krankheit beginne in der Regel mit Fieber, Bindehautentzündung, Schnupfen und Husten. Eine Infektion kann aufgrund des geschwächten Immunsystems auch zu Komplikationen wie Mittelohrentzündung oder Lungenentzündung führen und teilweise auch lebensbedrohliche Folgen haben wie etwa eine Hirnhautentzündung. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wäre eine stabile Impfquote von 95 Prozent der Bevölkerung erforderlich, um die Infektionskrankheit zu eliminieren. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge ist Deutschland von diesem Ziel jedoch noch weit entfernt. (ad)

Bild: H.D.Volz / pixelio.de