Medikamente vor Hitze schützen und im Kühlschrank lagern

Sebastian
Viele Medikamente müssen im Kühlschrank gelagert werden
Grundsätzlich sollten fast alle Medikamente vor Hitze geschützt werden. Manche Arzneien benötigen eine kühle Lagerung, um dauerhaft wirksam zu bleiben. Rund 26 Millionen kühlpflichtiger Medikamente wurden im vergangenen Jahr von deutschen Apotheken abgegeben.

Medikamente in den Kühlschrank
Dass man im Sommer Medikamente vor großer Hitze schützen muss, ist den meisten Menschen bekannt. Doch selbst wenn die Temperaturen nicht so hoch sind, brauchen manche Arzneien Kühlung, um dauerhaft wirksam zu bleiben. Diese gehören in den Kühlschrank, das Gemüsefach ist dafür der beste Platz. Regine Quinke, Pressesprecherin der Apotheker in Wuppertal, gab in einem Beitrag der „Wuppertaler Rundschau“ wichtige Tipps dazu. „Ob ein Medikament kühl gelagert werden muss, steht in der Regel auf der Verpackung bzw. auf dem Beipackzettel. Im Beratungsgespräch weisen wir den Patienten auch darauf hin“, so die Expertin.

Während der Hitze Arzneimittel im Kühlschrank lagern. Bild:  Photographee.eu - fotolia
Während der Hitze Arzneimittel im Kühlschrank lagern. Bild: Photographee.eu – fotolia

Am besten ins Gemüsefach packen
Wenn der Vermerk „Im Kühlschrank lagern“ aufgedruckt ist, bedeutet dies, dass das Medikament konstant zwischen zwei bis acht Grad Celsius aufbewahrt werden sollte. „Idealerweise bewahrt man Medikamente, die in den Kühlschrank gehören, im Gemüsefach auf. Hier herrscht die für Medikamente optimale Temperatur. Außerdem ist es relativ gleichmäßig kühl“, erklärte Quinke. Keinesfalls sollten solche Arzneien in der Ablage der Kühlschranktür gelagert werden, weil dort wegen dem häufigen Öffnen keine gleichmäßig kühle Temperatur herrscht. Medikamente die zu warm gelagert werden, können ihre Wirkung verlieren. Patienten bemerken dies nicht unbedingt und wissen daher nicht, dass die Arzneimitteltherapie nicht mehr anschlägt.

Kühlkette darf nicht unterbrochen werden
Medikamente, die stets kühl gelagert werden müssen, sind beispielsweise verschiedene Insuline. Zudem besteht für die meisten Impfstoffe etwa die gegen Hepatitis A / B oder Tetanus eine Kühlpflicht. Und auch sogenannte Biologicals, die gegen Rheuma oder Krebserkrankungen zum Einsatz kommen, müssen dauerhaft gekühlt werden. Wenn es auf der Verpackung heißt „Kühl lagern und transportieren“, darf die Kühlkette unter keinen Umständen unterbrochen werden. Also muss auch beim Transport nach Hause dafür gesorgt werden, dass die Arzneimittel gekühlt werden. Dafür kann man unter anderem Isoliertaschen oder Styroporbehälter verwenden, wobei ein direkter Kontakt zwischen Medikamenten und Kühlelementen unbedingt vermieden werden sollte. Da ein Einfrieren der Medikamente die Wirkung vermindern könnte, umwickelt man sie am besten mit einem Handtuch, um direkten Kontakt zu Kühlelementen zu vermeiden.

Rund 26 Millionen kühlpflichtige Medikamente abgegeben
Zu den Medikamenten, die kühlkettenpflichtig sind, gehören unter anderem Impfstoffe gegen Masern, Mumps und Röteln oder Gelbfieber. Zudem müssen einige Dosieraerosole gegen Asthma sowie einige Glaukom-Augentropfen ununterbrochen gekühlt werden. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in einer Pressemitteilung bekannt gab, wurden im Jahr 2014 in deutschen Apotheken rund 26 Millionen kühlpflichtige Medikamente zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherung abgegeben. Die Abgabe auf Privatrezept oder in der Selbstmedikation wurde dabei nicht erfasst. Etwa ein Drittel der 26 Millionen Packungen mussten vom Patienten nicht nur Zuhause, sondern auch beim Transport von der Apotheke nach Hause gekühlt werden.(ad)