Medikationsplan: Ab drei Medikamenten einen Plan vom Arzt erstellen lassen

Alfred Domke
Patienten können sich ab drei Medikamenten vom Arzt einen Plan erstellen lassen
Rund jeder Vierte in Deutschland nimmt täglich mehrere Pillen zugleich. Vor allem ältere Menschen sind oft auf eine größere Anzahl an Medikamenten angewiesen. Um die Dosierung und die Tageszeit der Einnahme besser im Blick zu behalten, kann es sinnvoll sein, sich vom Arzt einen Medikationsplan erstellen zu lassen.

Schutz vor Medikationsfehlern
Zwei Pillen am Morgen, eine mittags und ein weiteres Medikament am Abend – hierzulande ist ein sehr großer Bevölkerungsteil auf die Einnahme mehrerer Arzneimittel angewiesen. Insbesondere Senioren können da schnell den Überblick verlieren. Um sich als Patient besser vor Medikationsfehlern zu schützen, kann es Sinn machen, sich vom Arzt einen Medikationsplan ausstellen zu lassen.

Jeder Patient, der mindestens drei Medikamente nimmt, die die Krankenkasse bezahlt, kann sich vom Arzt einen Medikationsplan ausstellen lassen. (Bild: Henrik Dolle/fotolia.com)

Anspruch auf Medikationsplan
Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände weist in ihrer Zeitschrift „Neue Apotheken Illustrierte“ (Ausgabe 1. Januar 2017) darauf hin, dass jeder, der mindestens drei Medikamente nimmt, die die Krankenkasse bezahlt, Anspruch auf einen solchen Plan hat.

Vor allem für Senioren dürfte dies hilfreich sein, den Überblick über eingenommene Medikamente zu behalten. „Mit dem Medikationsplan sorgen wir für mehr Therapiesicherheit bei der Einnahme von Arzneimitteln. Gerade für ältere, chronisch und mehrfach erkrankte Menschen ist das eine große Hilfe“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe in einer Pressemitteilung.

Einnahmefehler und Wechselwirkungen vermeiden
In dem Plan werden neben dem Namen der jeweiligen Medikamente auch die enthaltenen Wirkstoffe und die vom Arzt festgelegte Dosierung festgehalten. Außerdem wird angegeben, warum das Mittel verordnet wurde und wie es einzunehmen ist. So kann der Patient jederzeit nachschauen, ob er eine Tablette beispielsweise vor oder nach dem Essen nehmen muss.

„Patientinnen und Patienten können auf einen Blick sehen, wann sie welches Arzneimittel in welcher Menge einnehmen sollen. Und der Arzt oder Apotheker weiß sofort, welche Arzneimittel der Versicherte gerade anwendet. Dadurch können Einnahmefehler oder gefährliche Wechselwirkungen vermieden werden“, sagte Gröhe.

Bei Änderungen Plan aktualisieren
Nach Ministeriumsangaben sollen Erstellung und Aktualisierung des Medikationsplans durch den Arzt erfolgen, der den Patienten schwerpunktmäßig betreut und die medizinisch notwendigen Therapie- und Diagnostikmaßnahmen koordiniert.

Normalerweise sind das die Hausärztinnen und Hausärzte. Apothekerinnen und Apotheker sind verpflichtet, den Plan auf Wunsch des Patienten zu aktualisieren, wenn sich die Medikation ändert.

Medikationsplan soll künftig auf Gesundheitskarte gespeichert werden
Ab 2018 soll der Medikationsplan zusätzlich zum Papierausdruck auch auf der elektronischen Gesundheitskarte gespeichert werden. Grundlage für die Einführung des bundesweit einheitlichen Medikationsplans ist das E-Health-Gesetz, das zum Ende vorletzten Jahres in Kraft getreten ist. (ad)

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