Mediterrane Ernährung schützt Osteoporose-Patienten vor Frakturen

Alexander Stindt

Menschen mit Osteoporose sollten sich mediterran ernähren

Forscher fanden jetzt heraus, dass Osteoporose-Patienten am besten eine sogenannte mediterrane Ernährung zu sich nehmen sollten. So könnte in vielen Fällen verhindert werden, dass Betroffene sich ihre Hüften brechen.


Die Wissenschaftler der Universität Bologna und der University of East Anglia stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine mediterrane Ernährung bei vielen Menschen mit Osteoporose gefährliche Brüche der Hüfte vermeiden kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „American Journal of Clinical Nutrition“.

Bei der Osteoporose verlieren die Knochen ihre Festigkeit und brechen dadurch leichter. (Bild: crevis/fotolia.com)

Ältere Menschen sollten diese Lebensmittel zu sich nehmen

Durch eine Ernährung, welche reich an Obst, Gemüse, Nüssen, unbehandeltem Getreide, Olivenöl und Fisch ist, kann Knochenschwund bei älteren Menschen verhindert werden. Dies stellten die Experten bei ihrer Langzeitanalyse der Auswirkungen der Ernährung auf die Knochengesundheit bei älteren Erwachsenen fest. An der Studie waren britische, französische, niederländische und polnische Forscher beteiligt.

Mediziner untersuchten knapp 1.150 Probanden

Für die Untersuchung wurden fast 1.150 Freiwillige über ein Jahr lang medizinisch beobachtet. Zu Beginn und am Ende der EU-finanzierten Studie wurde die Knochendichte der Probanden gemessen. Die Hälfte der Teilnehmenden, die alle zwischen 65 und 79 Jahren alt waren, wurde gebeten, eine mediterrane Ernährung zu sich zu nehmen. Die anderen Probanden ernährten sich normal.

Der Schenkelhals ist ein besonders sensibles Gebiet für Osteoporose

Bei den Teilnehmenden mit einer normalem Knochendichte hatte die Ernährung keinen signifikanten Einfluss. Es wurde jedoch festgestellt, dass eine mediterrane Ernährung Vorteile für Osteoporose-Patienten bietet. Alle Osteoporose-Patienten, welche keine mediterrane Ernährung zu sich nahmen, wiesen die übliche altersbedingte Abnahme der Knochendichte auf. Wenn die Teilnehmenden sich aber an die mediterrane Ernährung hielten, konnte ein Anstieg der Knochendichte im Schenkelhals beobachtet werden. Dies ist der Bereich, der den Schaft des Oberschenkelknochens mit dem abgerundeten Kopf verbindet, welcher in das Hüftgelenk passt. Dieser Bereich ist ein besonders sensibles Gebiet für Osteoporose, da Knochenverlust im Schenkelhals oft die Ursache für Hüftfrakturen ist, erklärt Studienautorin Professor Susan Fairweather-Tait von der University of East Anglia.

Essen Sie diese Lebensmittel

Mehr Obst und Fisch und weniger zuckerhaltige Getränke und Snacks sind die wichtigsten Aspekte einer mediterranen Ernährung. Menschen sollten mehr Früchte, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, Salat, Vollkorn, Fisch, Fleisch und einfach ungesättigte Fette wie Olivenöl zu nehmen.

Vermeiden Sie den Konsum dieser Lebensmittel

Der Konsum von bestimmten Lebensmitteln sollte bei einer gesunden Ernährung vermieden werden. Zu diesen gehören beispielsweise gesättigte Fette (Butter), rotes Fleisch, verarbeitete Lebensmittel (Saft und Weißbrot), Limonade und Zucker.

Ergebnis ist signifikant

Knochen braucht lange, um sich zu formieren. Daher war die 12-monatige Studie, obwohl sie eine der längsten war, noch ein relativ kurzer Zeitrahmen, um die Auswirkung der Ernährung zu untersuchen. Die Tatsache, dass ein deutlicher Unterschied im Bereich des Schenkelhalses festgestellt wurde, ist demnach durchaus signifikant, erläutern die Forscher.

Weitere Forschung ist nötig

Die Knochendichte wurde bei beiden Gruppen an der Lendenwirbelsäule, dem unteren Rücken und dem Schenkelhals gemessen. Bei einer längeren Studie wäre es in Zukunft möglich, dass Experten bei Freiwilligen mit normaler Knochendichte ebenfalls Veränderungen messen könnten. Die Forscher fordern zudem eine längere Studie bei Patienten mit Osteoporose, um ihre Ergebnisse zu überprüfen. Wenn der Zustand durch die Ernährung gemildert werden könnte, wäre dies eine willkommene Ergänzung zu den derzeitigen medikamentösen Behandlungen für Osteoporose, die schwere Nebenwirkungen haben können, betonen die Autoren der Studie. (as)