Medizin: Patient lebte 18 Jahre lang OP-Schere im Bauch

Alfred Domke
Vergessene Chirurgenschere im Bauch eines Mannes blieb 18 Jahre unentdeckt
Vor wenigen Tagen wurde einem 54-Jährigen in Vietnam eine 15 Zentimeter lange Chirurgenschere aus dem Bauch entfernt. Das OP-Besteck war offenbar vor 18 Jahren im Körper des Mannes vergessen worden. Erst vor kurzem war der Patient wegen Bauchschmerzen zum Arzt gegangen, weshalb der Fremdkörper überhaupt entdeckt wurde.

Chirurgenbesteck lag 18 Jahre im Bauch eines Mannes
In Vietnam wurde einem 54.jährigen Mann vor wenigen Tagen in einer dreistündigen Operation eine 15 Zentimeter lange Chirurgenschere aus dem Bauch entfernt. Das OP-Besteck war offenbar vor rund 18 Jahren im Bauch des Vietnamesen vergessen worden. Es wurde erst vor kurzem bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt, die durchgeführt wurde, da der Mann über Bauchschmerzen geklagt hatte.

In Vietnam wurde einem Mann eine 15 Zentimeter lange Chirurgenschere aus dem Bauch entfernt. Das OP-Besteck war offenbar bei einem Eingriff vor 18 Jahren vergessen worden. (Bild: Cherries/fotolia.com)

Schere wurde bei Not-OP vergessen
Laut einem Bericht des „Vietnam Express“ erklärte Ma Van Nhat, dass die Schere vermutlich bei einer Notoperation 1998 im Bac Kan Hospital nach einem Verkehrsunfall in seinem Bauch vergessen wurde.

Medienberichten zufolge habe er „ein ziemlich normales Leben gelebt“, bis er vor kurzem Bauchschmerzen bekam. Für die Operation im Krankenhaus in Thai Nguyen im Norden Vietnams waren Ärzte des Viet Duc Hospital in Hanoi angereist. „Er erholt sich gut“ nach dem Eingriff, erklärten die Mediziner.

Damalige Ärzte sollen ausfindig gemacht werden
Die heutige Direktorin des Bac Kan Hospital, Trinh Thi Luong, erklärte laut einer Meldung der Nachrichtenagentur „Reuters“: „Wir versuchen alle Mitglieder des OP-Teams von damals ausfindig zu machen: Auch wenn sie schon in Ruhestand sind werden wir sie über diesen Vorfall informieren, der in ihre Dienstzeit fiel. Ich hoffe, das kann allen Ärzten, besonders Chirurgen, eine Lehre sein.“

Behandlungsfehler nicht nur in Vietnam
Zwar heißt es, dass Berichte über Ärztepfusch in Vietnam öfter vorkämen, doch auch in anderen Ländern sind Behandlungsfehler keine Seltenheit.

So gab es etwa Meldungen über Mediziner in Mexiko, die einem Kind das falsche Auge entfernten oder österreichische Ärzte, die einer 91-jährigen Patientin das falsche Bein amputiert haben.

Skurril war auch eine Meldung über eine Operation einer Jordanierin, bei der ein Arzt sein Handy im Bauch der Patientin vergaß.

Und auch in Deutschland machen Ärzte Fehler. Laut dem Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) gehen Schätzungen davon aus, dass es hierzulande jährlich zwischen 600 und 700 Todesfälle wegen vergessener Tupfer, Nadeln und Co. gibt. (ad)