Mediziner setzen Bilddiagnostik bei Rückenschmerzen zu häufig ein

Bild: romankosolapov - fotolia
Sebastian
Patienten, die ohne erkennbare Ursache erstmals unter akuten Schmerzen im Rücken leiden, sollten nach Leitlinie frühestens nach sechs Wochen mittels bilddiagnostischen Verfahren untersucht werden. Doch halten sich viele Ärzte nicht immer an diese Vorgabe. Bei jedem dritten Patienten wurde die radiologische Diagnostik zu früh durchgeführt.

Viele Patienten erholen sich von akuten Rückenschmerzen von selbst. Eine radiologische Diagnose ist deshalb zunächst nicht notwendig. Es sei denn, es besteht der Verdacht auf Wirbelbrüche oder Knochenmetastasen oder es gibt andere Warnhinweise, die ein sofortiges Handeln erfordern. Die Nationale Versorgungs-Leitlinie sieht bei Kreuzschmerz eine sechswöchige Wartezeit vor. Erst dann sollte, wenn die Schmerzen unvermindert anhalten, ein bildgebendes Verfahren eingesetzt werden.

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Bild: romankosolapov – fotolia

Eine Analyse von Krankenkassendaten zeigt nun, dass bei mehr als 90 % der Patienten mit erstmaligen Rückenschmerzen ohne Warnhinweise Ärzte zunächst auch auf eine radiologische Untersuchung verzichtet haben. Wurden die Patienten dann doch zum Radiologen überwiesen, geschah das bei fast einem Drittel von ihnen, bevor die sechswöchige Wartezeit abgelaufen war. Rund 75% dieser Überweisungen fand innerhalb der ersten Woche statt.

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