Medizinische Gratisversorgung immer mehr gefragt

Heilpraxisnet

Immer mehr Menschen benötigen die Medizinische Gratisversorgung

02.12.2013

Immer mehr Notleidende in Hessen nehmen das Angebot einer kostenlosen medizinischen Versorgung dankend an. Es besteht weiterhin eine große Nachfrage, wie die drei Anlaufstellen der Malteser Migranten Medizin innerhalb einer Umfrage der dpa berichteten. In Frankfurt, Darmstadt und Fulda können Personen das Angebot einer kostenlosen Sprechstunde mit Behandlung in Anspruch nehmen. Dieses Angebot richtet vorwiegend an Migranten ohne Aufenthaltsgenehmigung und Menschen ohne Krankenversicherung.

Flüchtlinge, die aus Not nach Deutschland kommen, haben nur einen eingeschränkten Anspruch auf medizinische Versorgung. Für Personen, die ohne Aufenthaltsberechtigung bei uns leben, ist der Zugang zu medizinischen Leitungen noch schwerer. Sie müssen völlig ohne ärztliche Hilfe auskommen. Ein Glück ist es , dass es engagierte Menschen gibt, die sie kostenlos behandeln.

Seit 2001 haben sich an mittlerweile zwölf Standorten der Malteser Migranten Medizin etwa 80.000 Menschen behandeln lassen. „Die Einrichtungen werden gut angenommen, wir sehen steigenden Bedarf, vor allem in Städten wie Berlin“, erklärte Kaminski.

Der Zulauf wächst von Jahr zu Jahr
Auch in Frankfurt stieg die Zahl derer, die eine Gratisbehandlung dringend benötigen, gewaltig an. Waren es im Jahr 2012 noch 300 Fälle, sind es in diesem Jahr bereits 400 Personen, die behandelt wurden.

„Es ist alarmierend, dass der Andrang größer wird. Wir müssen schauen, wie wir das finanzieren können“, erzählt die Frankfurter Sprecherin Lioba Abel-Meiser. Die Kosten belaufen sich dabei auf etwa 30.000 Euro im Jahr. Seit einiger Zeit wird auch beobachtet, dass zunehmend ältere Menschen und chronisch Kranke in Anlaufstellen anzutreffen sind.

Projektleiterin Karin Uffelmann am Herz-Jesu Krankenhaus berichtet, dass es seit etwa einem Jahr keine Sprechstunde gab, in denen es nichts für die Mitarbeiter zu tun gab. Im ersten Jahr wurden 70 Patienten behandelt, 15 davon zahnmedizinisch. Alle zwei Wochen besteht die Möglichkeit, die kostenlose Sprechstunde aufzusuchen. Mittlerweile wurde das Angebot, aufgrund des stetig wachsenden Zulaufs auf das Klinikum Fulda und den Krankenhäusern in Hünfeld und Bad Hersfeld ausgeweitet.

Kosten beliefen sich im ersten Jahr auf 60.000 Euro
Sollten die Ärzte in den Anlaufstellen nicht helfen können, werden die Patienten auch andere Kliniken vermittelt. „Wir hatten schon drei Kaiserschnitte, eine Gallen-Operation und sogar ein Schädel-Hirn-Trauma, das behandelt werden musste. Wenn der Mann nach seinem Sturz von einer Leiter nicht zu uns gekommen wäre, wäre er vermutlich gestorben“, berichtete Uffelmann.

Doch die Behandlungen sind aufwendig und die Kosten der OPs betrugen beim Malteser Migranten Medizin im ersten Jahr etwa 60.000 Euro. Bisher tragen die Kliniken die Kosten und Probleme mit der Finanzierung gibt es wohl nicht. Die Verantwortlichen gehen für die Zukunft von steigenden Patientenzahlen aus. „Und das obwohl Fulda eine wohlhabende Stadt ist ohne gewaltige soziale Brennpunkte“, so Uffelmann.

Erstmals wurde 2006 in Hessen das Angebot der Malteser Migranten Medizin eingerichtet. „Wir haben unverändert hohe Patientenzahlen, etwa 700 Leute im Jahr“, sagte der Ärztliche Leiter, Wolfgang Kauder. Immer mehr Menschen aus Osteuropäischen Ländern, wie etwa Bulgaren und Rumänen werden in den Anlaufstellen registriert. Doch auch immer mehr Deutsche, die in der Vergangenheit privat versichert waren und sich nun die Kosten nicht mehr leisten können, nehmen die Behandlung in Anspruch. Dieser Trend könnte sich im Zuge der Gesundheitsreformen in Zukunft noch ausweiten. (fr)

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Bild: Dieter Schütz / pixelio.de