Erwachsene sollten nicht mehr als vier Espressi täglich trinken

Sebastian
Mehr als vier starke Espressi oder andere vergleichbare koffeinhaltige Getränke sollte man pro Tag nicht trinken. Mehr von dem Muntermacher Koffein kann der Gesundheit schaden. Das haben Forscher von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ermittelt. Rund 400 Milligramm Koffein je Tag seien laut der Studie „unbedenklich“. Ein Espresso enthält etwa 70 bis 100 Milligramm.

Studienvergleich im Auftrag europäischer Länder
Die EFSA hat ein Wissenschaftliches Gutachten zur Sicherheit von Koffein veröffentlicht, in dem sie akute und tägliche Dosen abschätzt, die für die gesunde Allgemeinbevölkerung unbedenklich sind. Das Gutachten enthält auch Empfehlungen zum Konsum von Koffein aus allen Nahrungsquellen in Kombination mit körperlicher Betätigung sowie zu möglichen Risiken des Koffeinkonsums zusammen mit Alkohol, sonstigen in sogenannten Energy-Drinks enthaltenen Stoffen und Synephrin, einer Substanz, die zunehmend in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden ist.

Nicht mehr als vier Tassen Espresso pro Tag. (Bild: grafikplusfoto/fotolia)
Nicht mehr als vier Tassen Espresso pro Tag. (Bild: grafikplusfoto/fotolia)

Beim Verzehr durch den Menschen stimuliert Koffein das zentrale Nervensystem, und in moderaten Dosen erhöht es die Wachsamkeit bzw. verringert das Müdigkeitsgefühl. Koffein ist eine natürlich vorkommende chemische Verbindung, die sich in Pflanzenteilen wie Kaffee- und Kakaobohnen, Teeblättern, Guarana-Beeren und Kolanüssen findet. „Die Gefahr für die Gesundheit ist nicht riesig, aber sie existiert“, sagte ein EFSA-Sprecher. „Die wichtigste Botschaft ist, dass die Konsumenten die verschiedenen Quellen von Koffein neben dem Kaffee berücksichtigen müssen“, sagte er. Neben Kaffee enthalten auch bestimmte Teesorten, Cola-Getränke und vor allem Energydrinks den Muntermacherstoff.

Für die abschließende Bewertung wurden zahlreiche Rückmeldungen aus den Mitgliedstaaten, von Verbraucherverbänden, Industrie und sonstigen interessierten Kreisen berücksichtigt. Diese erfolgten u.a. während einer zweimonatigen Online-Konsultation und eines Treffens mit Interessengruppen in Brüssel.

Es ist das erste Mal, dass die Risiken von Koffein aus allen Nahrungsquellen auf EU-Ebene bewertet werden. Zuvor wurden eine Reihe von Risikobewertungen von nationalen und sonstigen maßgeblichen Stellen auf der ganzen Welt durchgeführt, die von der EFSA-Arbeitsgruppe eingehend analysiert wurden.

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Die Europäische Kommission hatte die EFSA um die vorliegende Bewertung ersucht, nachdem eine Reihe von Mitgliedstaaten Bedenken bezüglich gesundheitlicher Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Koffein geäußert hatten – insbesondere im Hinblick auf Herz-Kreislauferkrankungen, Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem (beispielsweise in Form von Schlafstörungen oder erhöhter Ängstlichkeit) sowie mögliche Gesundheitsrisiken für Föten bei Schwangeren.

Für die Ausarbeitung wurden bereits bekannte Daten ausgewertet. Dabei zeigte sich, dass bei jungen Heranwachsenden die Schwelle zur Unbedenklichkeit bei drei Milligramm Koffein je Kilogramm Körpergewicht liegt. Das sind zum Beispiel zwei Gläser Cola mit je 150 Milligramm, wenn der Jugendliche etwa 50 Kilo wiegt. Schwangere Frauen sollten maximal 200 Milligramm Koffein zu sich nehmen (2 Espressi), damit sie das ungeborene Kind nicht gefährden.

Zu viel Kaffee: Angstzustände und Herzrasen
Wer als Erwachsener 400 bis 500 Gramm Koffein in nur kurzer Zeit zu sich nimmt, kann schnell innere Unruhe, Angstzustände, Übelkeit, Schwindel und Herzrasen bekommen. Das ist vor allem bei Personen möglich, die ansonsten eher seltener Kaffee trinken. (sb)