Mehr depressive Jugendliche im Krankenhaus

Heilpraxisnet

Mehr depressive Kinder und Jugendliche im Krankenhaus

28.03.2014

Die DAK berichtet über einen Anstieg stationärer Krankenhausaufenthalte von 10 – 20-Jährigen mit der Diagnose einer Depression. Grund dafür sei u.a. eine erhöhte Sensibilität in der Bevölkerung für seelische Leiden in dieser Altersgruppe. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie fordert jedoch eine differenziertere Analyse der Versicherungsdaten.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit einer Depression ins Krankenhaus kommen, hat sich im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich erhöht. In den Jahren zwischen 2004 bis 2012 habe sich die Zahl verdreifacht.

DAK-Aussagen irreführend?
Viele psychische Symptome, die als typische Merkmale einer Depression gelten, können nach Einschätzung der DAK-Gesundheit auch "normale Bestandteile" der pubertären Selbstfindung sein. Dazu gehörten extreme Stimmungsschwankungen, aggressives Verhalten und abfallende Schulleistungen. Stellen sich aber auch noch körperliche Symptome wie anhaltende Kopfschmerzen, Gewichtsverlust und Schlafstörungen ein, sollten Eltern professionelle Hilfe suchen.

Stellungnahme durch Fachgesellschaft
Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie korrigiert diese Aussagen. Es sei wichtig, die depressiven Symptome, gerade auch in der Pubertät, rechtzeitig zu erkennen und diese nicht als „normale Bestandteile der pubertären Selbstfindung“ zu bagatellisieren.

Eltern sollten eine Abklärung und Beratung auf jeden Fall in Anspruch nehmen, denn die Aussage in der DAK Stellungnahme in Bezug auf körperliche Symptome der Depression sei falsch und irreführend. Auch die genannten Kernsymptome der Depression sind ein dringender Anlass, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Die DAK-Daten würden zeigen, dass zunehmend häufiger die Schwere der depressiven Störung bei Jugendlichen erkannt wird, und in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung die fachlich gut begründete stationäre Behandlungsform gewählt wird. (pm)

Advertising