Vorsicht in FSME-Risikogebieten: Zecken können sich schnell ausbreiten

Sebastian
Die Gefahr, an der gefährlichen Hirnentzündung FSME zu erkranken, nimmt hierzulande offenbar zu. Dies hat mit der Ausbreitung von Zecken zu tun. Vor allem im Süden Deutschlands können die kleinen Tierchen den Erreger übertragen.

Drei Kreise zu den Risikogebieten hinzu gekommen
Schon seit Wochen sind die Zecken wieder aktiv. Die kleinen Blutsauger können unter anderem den Erreger für die Hirnentzündung Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Die Zahl der Risikogebiete dafür ist in Deutschland gestiegen, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Mittlerweile zählen insgesamt 145 Kreis dazu, das sind drei mehr als im vergangenen Jahr. Dies hat das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Epidemiologischen Bulletin gemeldet. Demnach besteht hierzulande vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, in Südhessen und im südöstlichen Thüringen die Gefahr, sich durch einen Zeckenbiss mit dem Erreger der Frühsommer-Meningoenzephalitis zu infizieren. Die 2015 hinzugekommenen Kreise – zwei in Bayern (SK Hof, LK Ostallgäu) und einer in Thüringen (LK Greiz) – grenzen an bestehende Risikogebiete.

Achtung: In vielen Gebieten Deutschlands ist die Zeckengefahr bereits hoch. (Bild: bluedesign/fotolia)
Achtung: In vielen Gebieten Deutschlands ist die Zeckengefahr bereits hoch. (Bild: bluedesign/fotolia)

Tendenziell mehr FSME-Fälle in Deutschland
Je nach Witterung schwankt die Zahl der bundesweiten FSME-Fälle von Jahr zu Jahr deutlich und nimmt tendenziell zu. „Einen eindeutigen Trend gibt es aber nicht“, erklärte Ole Wichmann, Leiter des RKI-Fachbereichs Impfprävention. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 265 Fälle gemeldet, der Großteil davon in Bayern (123) und Baden-Württemberg (69). Die anderen Bundesländer folgten mit weitem Abstand. Im Jahr 2013 waren es insgesamt 420 gemeldete FSME-Fälle gewesen und in den beiden Jahren zuvor 195 und 424.

Experten raten zur Impfung
„Die Impfquoten in den Risikogebieten sind weiterhin stagnierend oder sogar rückläufig und daher nach wie vor unzureichend hoch, um eine starke Zunahme der FSME-Zahlen, wie in den Jahren 2011 oder 2013 beobachtet, zu verhindern“, resümierte das RKI. Wichmann hob hervor: „Menschen, die in Risikogebieten leben oder arbeiten und Kontakt zu Zecken haben könnten, sollten sich impfen lassen. Das gleiche gilt für alle, die dorthin reisen und sich in freier Natur aufhalten.“ Darüber hinaus sollte man sich am besten vor Zecken schützen indem man etwa in der Natur lange Hosen trägt oder spezielle Mückenschutzmittel aufträgt. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper nach den kleinen Tierchen abgesucht und diese gegebenenfalls entfernt werden.

Infektion für Erwachsene ist gefährlicher
Bei einer Infektion mit FSME zeigen sich in der Regel nach etwa zwei Wochen grippeähnliche Symptome wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Schwindel und mäßiges Fieber. In schweren Fällen kann FSME bleibende Schäden wie Lähmungen zur Folge haben. Wie berichtet wird, gibt es für die Dreifachimpfung gegen FSME in vielen Risikogebieten für Kinder recht gute Impfquoten, für Erwachsene jedoch häufig nicht. Und das obwohl die Infektion für Erwachsene als gefährlicher gilt als für Kinder. Es kann in schweren Fällen zur Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute sowie Schädigung des Rückenmarks kommen, schlimmstenfalls endet eine Infektion tödlich.

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Zecken können auch Borreliose übertragen
Zecken können aber nicht nur FSME, sondern auch die von Bakterien verursachte Lyme-Borreliose übertragen. Hierfür gibt es allerdings weder typische Risikogebiete, noch eine Schutzimpfung. Weil sich die gefährlichen Erreger acht bis zwölf Stunden nach dem Zeckenbiss in der Blutlaufbahn ausbreiten, ist nach einem Zeckenstich Eile geboten, um einer möglichen Erkrankung zuvorzukommen. Häufig beginnt eine Infektion mit einem roten Ring um den Zeckenstich herum, der sogenannten Wanderröte. Dieses Symptom tritt etwa bei der Hälfte der Patienten auf. Weitere Symptome können Abgeschlagenheit, Nachtschweiß, Muskel- und Gelenkschmerzen sowie Fieber sein. Die Krankheit lässt sich durch Einnahme von Antibiotika bekämpfen, andernfalls kann sie einen chronischen Verlauf nehmen und zu Spätfolgen wie Gelenk-, Herzmuskel- oder Nervenentzündungen führen.(ad)