Mehr Jugendliche wegen Essstörungen im Krankenhaus

Alfred Domke

Mehr Jugendliche wegen Essstörungen im Krankenhaus

05.01.2014

In Bremen und Niedersachsen müssen immer mehr Jugendliche wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelt werden. Dies teilte die Techniker Krankenkasse mit.

Deutliche Anstiege in Bremen und Niedersachsen
Wie die Techniker Krankenkasse (TK) mitteilte, müssen in Bremen und Niedersachsen immer mehr Jugendliche wegen Essstörungen im Krankenhaus behandelt werden. Die TK beruft sich dabei auf das Statistische Bundesamt. Die Daten beziehen sich auf Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 19 Jahren. In beiden Bundesländern habe es demnach deutliche Anstiege gegeben.

Mädchen häufiger betroffen als Jungs
Wie eine TK-Sprecherin gegenüber Radio Bremen mitteilte, gab es dabei ein Plus von 273 Prozent, von 19 auf 52 Fälle. In Niedersachsen seien es 39 Prozent mehr gewesen. Mädchen beziehungsweise junge Frauen waren in beiden Bundesländern häufiger betroffen als Jungs. Auf ganz Deutschland bezogen stieg die Zahl der Fälle nur um knapp 20 Prozent. Am häufigsten kämen Magersucht sowie Ess-Brech-Sucht vor. Als Ursachen gelten unter anderem Schlankheitswahn und unrealistische Schönheitsideale.

Magersucht kann lebensbedrohlich sein
Die Magersucht ist eine schwere bis lebensbedrohliche Störung und muss bei voller Ausprägung stationär (Zwangsernährung, Psychotherapie) behandelt werden. Auf körperlicher Ebene kommt es durch die Mangelernährung vielfach zu einer hormonellen Regulationsstörung auf der Achse von Hypothalamus, Hypophyse und Keimdrüsen, die sich als unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation sowie Unfruchtbarkeit äußern kann. Weitere Symptome sind Haarausfall, verringerte Körpertemperatur, niedriger Blutdruck und verlangsamter Puls. Durch Eiweißmangel kann es zu Wassereinlagerungen kommen, häufiges Erbrechen und Abführmittelmissbrauch führen zu innerer Austrocknung und Elektrolyteverlust. Es bestehen eine erhöhte Infektanfälligkeit, in späteren Stadien auch Depression und Suizidgefahr. (ad)

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