Immer mehr Kinder mit Autismus in den USA

Astrid Goldmayer

In den USA sind fünfmal mehr Jungen als Mädchen von Autismus betroffen

28.03.2014

Die Zahl der Kinder mit Autismus ist in in den USA im Vergleich zum Jahr 2008 um 30 Prozent gestiegen. Das ergab eine Untersuchung des Zentrums für Gesundheitsschutz und Prävention (CDC, Centers for Desease Control and Prevetion) in Atlanta. Demnach wurde bei einem von 68 Kinder eine Form von Autismus festgestellt. Die Entwicklungsstörung betrifft vor allem die soziale Interaktionsfähigkeit der Kinder und reicht von leichten Verhaltensauffälligkeiten bis zu starken Einschränkungen und Behinderungen.

Autismus wird bei Kindern häufig erst ab vier Jahren diagnostiziert
Den starken Anstieg der Zahl der Kinder mit Autismus kann sich die CDC nur teilweise erklären. Die Behörde betont jedoch, dass es wichtig ist zu berücksichtigen, „dass die Schätzung auf Achtjährigen aus elf verschiedenen Gemeinden beruhen. Sie repräsentiert nicht die Gesamtbevölkerung der Kinder in den Vereinigten Staaten“. An der Art der Datenerhebung habe die CDC nichts geändert. Im Vergleich zum Jahr 2008 sei die Zahl der Kinder mit Autismus um 30 Prozent gestiegen, zum Jahr 2006 um 60 Prozent und zum Jahr 2002 sogar um 120 Prozent.

Bei der Untersuchung zeigte sich, dass die Zahl der betroffenen Kinder von Region zu Region stark schwankt. „Die Zahl der Kinder mit Autismus wich in den Gemeinden deutlich von einander ab, von einem von 175 betroffenen Kindern in Alabama bis einem von 45 Kindern in einigen Gegenden von New Jersey“, teilt das CDC mit. „Fast die Hälfte (46 Prozent) der Kinder, bei denen Autismus diagnostiziert wurde, hatten durchschnittliche oder überdurchschnittliche intellektuelle Fähigkeiten (IQ größer als 85).“

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung betrifft die Geschlechterverteilung. Jungen sind demnach fünfmal häufiger von Autismus betroffen als Mädchen. „Ungefähr bei einem von 42 Jungen und einem von 189 Mädchen wurde Autismus festgestellt“, so die Behörde. Die Organisation der Vertreter der Pädiatrie (AAP) spricht sich deshalb für frühere Untersuchungen und eine Verbesserte Aufklärung der Betroffenen und ihrer Familien aus. Das CDC berichtet in diesem Zusammenhang von einem Alter von vier Jahren oder höher, in dem Autismus bei den meisten Kindern erstmals festgestellt wird. „Dabei könnten Kinder bereits mit zwei Jahren die Diagnose erhalten.“ Beispielsweise machen sich Schwierigkeiten beim Erlernen von Sprache und motorischen Fähigkeiten bereits sehr früh bemerkbar. (ag)

Bild: Kathi Strahl / pixelio.de