Mehr Männer greifen zur Intimchirurgie

Sebastian

Immer mehr Männer lassen Schönheitsoperationen durchführen

22.09.2011

Volles Haar, straffe Haut, trainierte Körper: Männer legen nicht zuletzt aufgrund gesellschaftlicher Idealbilder immer mehr Wert auf die Beschaffenheit ihres Körpers. Schönheitsoperationen werden längst nicht nur von Frauen immer häufiger angewandt, sondern auch mehr Männer lassen sich Falten entfernen, das Gesicht liften oder auch Penisvergrößerungen durchführen. Am häufigsten lassen sich Männer das Körperfett entfernen, wie die Deutsche Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie bei einer Vorstellung aktueller Studiendaten am Mittwoch in Berlin erklärte. Doch steigern solche Eingriffe tatsächlich das Selbstwertgefühl?

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Der Trend zur chirurgischen Schönheitsoperation ist ungebrochen. Neu ist, dass sich auch immer mehr Männer unters Messer legen, um kleinere und größere nicht-medizinisch notwendige Korrekturen durchführen zu lassen. Dabei werde nicht nur das Fettabsaugen durchgeführt, sondern auch mehr Operationen im Intimbereich. „Mittlerweile liegen Penisvergrößerungen auf dem 7. Platz der Schönheits-chirurgischen Eingriffe bei den Männern“, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie Dr. Sven von Saldern. Den Verband hat diese Entwicklung selbst überrascht. „Der Eingriff ist rein ästhetischer Art“, sagte von Saldern.

Zu diesem Ergebnis gelangte eine Umfragestudie unter 1100 Patienten ergeben. Auf Topposition befinde sich bei Männern das Fett absaugen. Frauen hingegen lassen sich am häufigsten die Brust vergrößern (29 Prozent). Frauen lassen sich zudem im Intimbereich immer öfter operieren. Zwar landet diese etwas neue Art der Schönheitschirurgie nicht auf den oberen Rängen bei der Befragung, allerdings kann ein signifikanter Anstieg beobachtet werden. Der Verbandsvorsitzende erklärt sich diesen Umstand mit der deutlichen Zunahme von Rasuren im Intimbereich. „Das hat bestimmt auch mit dem Trend zur Intimrasur zu tun.“, sagte der Mediziner. Anders als bei den männlichen Patienten lassen Frauen die Operation vielmals aufgrund von funktioneller Symptomatiken durchführen. Die Eingriffe können oft Schmerzen und sonstige Beschwerden lindern oder beheben. „Bei den Männern ist da nur der Wunsch nach mehr Volumen. Ein psychisch besonders sensibles Thema, denn nicht immer können die hohen Erwartungen erfüllt werden.“, mahnt der Experte. Denn solche Eingriffe können weder die Potenz noch die allgemeine Attraktivität steigern. Das ist auch nach Meinung des Verbandes ein hoch sensibles Thema, denn „nicht immer können die hohen Erwartungen erfüllt werden.“ Der Chirurg glaubt nicht, dass man anhand der festgestellten Studienergebnisse einen einheitlichen Trend erkennen kann, „der sich in die Breite streut.“ Noch vor einigen Jahren hat man über dieses Thema kaum geredet, dass heute anders. Demnach kann es sein, dass mehr Männer zu solchen vermeintlichen Korrekturen sich offen bekennen.

Sehr beliebt sind laut Auswertung der Umfrage bei Frauen und Männern Injektionen und Faltenfüllmaterialien (Filler) zur Faltenkorrektur. Die Studie wurde allerdings nur unter Patienten durchgeführt, die bereits einen Eingriff durchführen ließen. Tatsächliche Zahlen, wie viele Schönheitsoperationen in Deutschland unternommen wurden, gibt es nicht. Nach Verbandsansicht nehme aber die Gesamtzahl der Operationen nach „gewissen Schwankungen der vergangenen Jahre wieder zu“, sagte von Saldern.“ Ein zunehmender Trend ist bei den sogenannten „sanften Verfahren“ wie Fillern und Botox zu beobachten. Dem gegenüber steht eine repräsentative Umfrage der GfK Marktforschung. Über 70 Prozent der befragten Frauen sagten, dass sie „auf keinen Fall“ zu einer operativen Faltenkorrektur greifen würden. Nur etwa 2,1 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen gaben an, sie hätten sich bereits einer Schönheitsoperation zur Faltenglättung unterzogen. Und nur 1,1 Prozent haben zur Faltentherapie bereits Botox- Injektionen durchführen lassen. Eine Mehrheit setzt hingegen auf Sport, gesunde Ernährung und positive Lebensführung. (sb)

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Bild: Martin Büdenbender / pixelio.de